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Denk ich an Bhutan - Heinrich Harrer

Herbig Verlag; erschienen 2005; 240 Seiten; über 400 farbige Fotos; EUR 49,90; ISBN 3-7733-2439-6

Schon immer  - seit seinem Aufenthalt in Lhasa – hatte Harrer das Königreich Bhutan genauer kennenlernen wollen: von einem 6000er Berg in der Nähe Lhasas konnte er nämlich im Süden den höchsten Berg Bhutans sehen...

Bhutan, etwa halb so groß wie Österreich, ist das letzte Königreich zwischen den zwei Giganten China und Indien. Es war bis 1960 vollständig abgeschlossen und ist erst ab 1974 für einen beschränkten Tourismus geöffnet.

In den Jahren 1980 bis 1996 hat Harrer dieses Land insgesamt sieben Mal besucht und uns als sein letztes Werk diesen Bildband hinterlassen.

Frau Jetsun Pema, die Schwester des Dalai Lama, hat Heinrich Harrer anlässlich ihres Österreichaufenthaltes im November des Vorjahres trotz seiner schweren Krankheit noch besucht, um ihm damit Freude zu bereiten. Er unterhielt sich sehr angeregt über eine Stunde lang auf Tibetisch und Englisch mit ihr und zeigte ihr mit besonderer Begeisterung und Stolz dieses sein letztes Buch.

Mit der Besetzung und Zerstörung Tibets durch die Chinesen übertrug sich offensichtlich die Faszination Tibets auf das kleinere, benachbarte Bhutan.

Harrer schildert in diesem 238 Seiten starken Text- und Bildband seine persönlichen Erlebnisse und Eindrücke von seinen Reisen in das “Land des Drachens”. Alle – übrigens vorzüglichen – Bilder stammen vom Autor; viele davon waren bisher noch nicht veröffentlicht worden.

Der Bildband bringt einerseits Texte und Bilder zu wichtigen Symbolen und Begriffen aus der Welt des tibetischen Buddhismus (Gebetsfahnen, Mantras, Lebensrad, Chörten, Aufbau des Kosmos, Klosterfeste, Totenbuch,...) und andererseits spezielle Eigenheiten und landestypische Lebensformen wie den Phalluskult als Fruchtbarkeitssymbol und Abwehrzauber; das Bogenschießen als philosophische Kunst und nicht als Wettbewerb; das Bad in heißen Quellen als besondere Badekultur des Himalaya; die Dzongs als religiöse Zentren und Fluchtburgen, u. v. m.

Sehr empfehlenswert!

r.z.


 

Lexikon des Buddhismus - Damien Keown

Patmos Verlag, Düsseldorf 2005; 328 Seiten, geb. EUR 35,90 ISBN: 3-491-72488-0

Dieses Lexikon ist von einem Buddhismus-Wissenschaftler aus London vor allem für Studierende verfasst worden und auch von einem Wissenschaftler ins Deutsche übersetzt worden. Dementsprechend ist die Terminologie eher wissenschaftlich, viele der buddhistischen Begriffe sind unter Stichworten in Pali, der Sprache des Buddha, zu finden. Allerdings helfen Querverweise von deutschen Stichwörtern, die jeweiligen Einträge zu finden. Und diese sind zumeist durchaus auch für Nicht-Fachleute verständlich. Der Hauptnachteil dieses Werks ist aber, dass vor allem Information über den japanischen Buddhismus sowie über die Theravada-Tradition (welche auf die mündliche Überlieferung der Lehrreden des Buddha zurück geht) zu finden sind. Die Informationsdichte zum tibetischen Buddhismus ist um vieles geringer. Manchmal findet man auch völlig unübliche, wenig hilfreiche Übersetzungen tibetischer Begriffe, etwa bei den drei Serien der Dzogchen-Lehren. Auch die Einträge zu Machig Labdrön und der Chöd-Tradition sind eigenartig bis unzutreffend. Von den zahlreichen Meditationsgott-heiten des tibetischen Buddhismus, die zum Beispiel auf Thangkas zu sehen sind, haben nur wenige Eingang in dieses Lexikon gefunden. Auch manch spezielle Ausrücke aus dem Vaj-rayana, wie zum Beispiel „Illusionskörper“ und „Regen-bogenkörper“, fehlen. Weiters fällt auf, dass der Autor bemüht ist, sich mit Formulierungen wie „ihre Anhänger glauben, dass“, oder „ ... angeblich ...“, von vielen buddhistischen Anschauungen zu distanzieren. Vielleicht hat das mit dem Erscheinen des Werks im katholischen Patmos-Verlag zu tun, den wir noch in schlechter Erinnerung haben, weil er die Dalai-Lama-Verleumdung des „Trimondi“-Ehepaars veröffentlicht hat.

                                                                                


Leben in Gesundheit und Vitalität
von Dirk Kessler

Verlag Komplett-Media; Gesamtlaufzeit (3 CD’s) = 176:14;

Mit einer Einleitung von Xavier Naidoo und erstklassigen Sprecherstimmen von Ingrid Metz-Neun (dt. Synchronsprecherin von Marilyn Monroe) und Heiko Grauel;

EUR 20,70  ISBN: 3-8312-6107-5

Gute Musik, viele Tipps und Anregungen machen dieses Hörbuch zur Fundgrube, man wird sanft geweckt, über die gesunde Ernährung nachzudenken. Allerdings muss sich der Zuhörer Zeit dafür nehmen, denn die 3 CDs sind mit viel Inhalt gespickt und verlangen vom Zuhörer großes Interesse an Gesundheit und dem Zusammenspiel von Vitaminen, Spurenelementen und Vitalstoffen.

Inhalt: Vitalstoffe: Dringend notwendig? Was hält uns wirklich gesund? Was lässt uns altern und wie können wir wirklich etwas dagegen tun? Auf diese und viele anderen Fragen gibt dieses Hörbuch fundierte Antworten. Erfahren Sie Spannendes und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Ernährung. Auch die Rolle der Pharmaindustrie innerhalb unserer Gesellschaft wird kritisch beleuchtet. Von Gesunderhaltung bis Anti-Aging ist für jeden etwas dabei – und das auf eine sehr leicht verständliche Art und Weise.

Zitat Xavier Naidoo: “Ich bin...dabei, neue Wege zu erforschen, die dem Körper die Nahrung zuführen, die er wirklich braucht. So habe ich mich auch näher mit dem Kapitel Vitalstoffe beschäftigt und Leute gefunden, die Unglaubliches zu berichten haben. Kommt also mit auf eine spannende Hör-Reise und bildet Euch Eure eigene Meinung.”

Die Aktion “Tibetkinder” wurde von Dirk Kessler ins Leben gerufen, um den Tibet-Flücht-lingskindern zu helfen. So gehen von jedem verkauften Hörbuch 1,50 EUR nach Dharamsala. Kessler wird das Geld am Ende der Aktion persönlich an SH, den XIV. Dalai Lama übergeben.

Der Handel ist an dieser Aktion nicht beteiligt. Sie betrifft ausschließlich die Hörbücher, die über die Homepage www.tibetkinder.de bestellt oder bei offiziellen Partnern wie Save Tibet gekauft werden!

Ich kann das Hörbuch jedem empfehlen, der sich ein wenig mit Stoffwechsel, Aminosäuren, Spurenelementen und Vitaminen auskennt. Halb so schlimm, man muss kein Arzt oder Apotheker sein, spätestens nach der ersten CD ist man mitten im Geschehen.              i.s.

 


Die Dalai Lama -
Herausgeber: Martin Brauen           

Arnoldsche Art Publishers, Stuttgart; 364 Abbildungen in Farbe und Schwarzweiß;

304 Seiten; Buch zur Ausstellung “Die 14 Dalai Lamas - Tibets Reinkarnationen des Bodhisattva Avalokitesvara”); EUR 41; ISBN 3-89790-219-2

Dieser Prachtband über Tibets 14 Dalai Lamas zeigt viele bisher unbekannte Fotos von Thang­kas und Skulpturen. Außerdem bringt er einen Überblick über ca. 600 Jahre Geschichte dieser Rein­karnationslinie und somit Tibets.

Was die Biographien der einzelnen Dalai Lamas betrifft, handelt es sich bei deren tibetischen Quellen um Hagio­graphien. Sie sind daher in verehrender Form verfasst, da es sich bei dem Objekt der Beschrei­bung um einen Bodhisattva handelt, der auf den Eingang ins Nirwana verzichtet, um während seiner weiteren Wiedergeburten möglichst vielen Lebewesen zur Erleuchtung zu verhelfen.

Die Autoren machen mit Geschehnissen im Leben der Dalai Lamas bekannt, die den westlichen Lesern bisher unbekannt waren: U.a. erfahren wir, dass dem ersten und zweiten Dalai Lama dieser Titel erst posthum verliehen wurde, - dass der dritte Dalai Lama der große Missionar und Reisende dieser Inkarnationslinie war, - dass der vierte Dalai Lama aus der mongolischen Familie des Altan Khan stammte u. dass durch die enge Verbin­dung der Gelugpas mit den Mongolen die Schule der Gelugpas in Tibet die geistige und politische Führung übernehmen konnte, - dass es unter dem 5. Dalai Lama, der ein Lehrer-Schutz-Verhältnis mit Gushri Khan vereinbarte, auch Kontakte zu anderen Kulturen gab. - Weiter erfahren wir, dass der sechste Dalai Lama gemeinsam mit seinen Freunden viel Zeit in der Gesellschaft von Frauen in den Gasthäusern der Stadt verbrachte – und Liebesgedichte schrieb. 

Der “Große 13. Dalai Lama” flüchtete in die Mongolei und weiter nach China, weil die Engländer eine Militär-Expedition auf das Dach der Welt entsandten um ihre Handels­inter­essen durchzusetzen. Später kehrte der Dalai Lama aus Indien nach Lhasa zu­rück und verkündete 1912 Tibets Unabhängigkeit. Nachdem er mit seinen Reformen zur Modernisierung des Landes an den Adeligen und Klöstern gescheitert war, veröffentlichte er sein Testament, in dem er auf die kommende Entwicklung hinwies. – Der 14. Dalai Lama ist aus den Medien weithin bekannt. Ein Kapitel beschäftigt sich mit der Frage nach seinem Standort im Buddhismus: Reformer? Konservativ? – Seine Wirkung im Westen beruht vor allem darauf, dass er das lebt, was er den Menschen verkündet.

Weitere Kapitel befassen sich mit dem Standort des heutigen Dalai Lama – konservativ? Oder doch ein Reformator? -; mit dem Lehrer-Schüler-Verhältnis Panchen Lama und Dalai Lama; mit Schutzgöttern;

Dem Buch beigepackt sind eine Tabelle mit der zeitlichen Auflistung aller Dalai Lamas sowie Abbildungen einer sieben-teiligen Thangka-Serie des neunten Dalai Lama: mit Bilderserien wie dieser versuchte man, eine Reinkarnationslinie auf wichtige Vorgänger zurückzuführen. So werden z.B. bedeutende Personen der Geschichte oder Legende in die Vorgängerliste einer Reinkar­nations­linie einbezo­gen, um dieser mehr Bedeutung zu verleihen.

h.st.


Dalai Lama - Unterwegs für den Frieden
Fotografiert von Manuel Bauer mit Texten von Matthieu Ricard und Christian Schmidt
Verlag: DVA, München; 293 Seiten; EUR 41,10; ISBN 3-412-05873-3

Ein wunderschöner Bildband, in dem neben dem „offiziellen“ auch ein wenig der „private“ Dalai Lama gezeigt wird. Der Schweizer Fotograf Manuel Bauer durfte den Dalai Lama drei Jahre lang (2001 - 2004, unter anderem beim Kalachakra in Graz 2002) auf über 30 Reisen zu politischen
und religiösen Persönlichkeiten begleiten und in seiner allernächsten Umgebung anwesend sein. Dabei konnte er ihn selbst in intimen Momenten, beispielsweise während der Frühmeditation um 4 Uhr morgens, fotografieren. Trotz Zurückhaltung gelingt es Bauer mit viel Feingefühl sehr bewegende Bilder aus dem Leben des Dalai Lama zu bringen, z.B. seine tiefe Meditation oder das Beten mit gleichzeitigem Trainieren auf dem Laufband. Es gelingt ihm mit diesem Band ein bemerkenswertes Portrait einer der herausragenden Persönlichkeiten unserer Erde. In den Texten, die aus Interviews der Autoren Christian Schmidt und Matthieu Riccard mit dem Dalai Lama zusammengestellt wurden, erfahren wir auch einiges über seine privaten Seiten.
Eine Chronik, in der Tibet im Kontext der Weltgeschichte dargestellt wird, beschließt diesen Band.
Empfehlenswert!
r.z.

 

Der Dalai Lama - Die Biographie
Gilles van Grasdorff
Verlag O. W. Barth; 2004; 417 Seiten; EUR 24,90; ISBN 3-502-61133-5

Diese Biographie von S.H. ist äußerst genau und inhaltsreich erzählt. Wie viele Quellen hat der Autor wohl durchforscht, mit wie vielen Menschen hat er gesprochen, bis dieses Material mit allen seinen Details zusammengetragen war! Bis er bereit war dieses spannende, aber auch traurige Buch zu Papier zu bringen. Ich bin seit Jahren eine fleißige Leserin von Büchern speziell über S.H. den 14.Dalai Lama, doch davon ist diese Biographie sicher die umfangreichste. Sie umreißt den Zeitraum zwischen dem Tod des 13. Dalai Lama in einer Zeit der politischen Wirren und dem vorläufigen Endpunkt im Exil. Der Schluss klingt resigniert: Soll von Tibet nichts bleiben als „ein entschwundener Traum im Gedächtnis
der Welt“?
Der Autor bemüht sich um die Genauigkeit eines scheinbaren Augenzeugen und hält dadurch die Spannung, auch wenn der Reichtum an Inhalt, Schauplätzen und vor allem Menschen immer wieder Rückblicke notwendig macht und zu chronistischer Kürze zwingt.
Beeindruckend, wie TibeterInnen immer noch ihren Glauben leben und unter der chinesischen Besatzung dafür leiden müssen. Wenig überraschend, dass es im Exil schwierig ist, sich inmitten von Tradition, militantem Eintreten für Tibet und westlicher Lebensart zu orientieren. Aber Vorsicht, nach der Lektüre ist man um vieles reicher: an Wissen über dieses einmalige Land zwischen überlieferter Kultur und Machtkämpfen, Buddhismus und Politik und zu lange zu konsequent verfolgter Nichtpolitik.
Viel Zeit und Einfühlungsvermögen werden vorausgesetzt, bei der Bewältigung dieses rundum gelungenen Buches über Tenzin Gyatso, 14.
Dalai Lama.
Gilles von Grasdorff, ein Belgier, er wurde 1948 geboren,ist seit vielen Jahre im Kontakt mit S.H. und dessen Schwester Jetsun Pema. Er ist Journalist und hat sich ein breites Wissen über die wechselvolle Geschichte Tibets angeeignet. U.a. hat er auch mit der Schwester von S.H. Bücher veröffentlicht: „Zeit der Drachen“, 1997 und „Ort der Götter, Land der Tränen“, 1998.
Zuletzt sei noch die stilsichere Übersetzung von Renate Stolze erwähnt.

 

Kai-Uwe Küchler
Reise durch Tibet

124 Seiten; Verlagshaus Würzburg; 2004; EUR 16,95
ISBN 3-8003-1605-6

Wieder ein Bildband, bei dem die wunderschönen Fotos mehr erzählen als der Text. Und diese sind wahrlich ein Kunstwerk. Der Leser ist überwältigt von der Farbenpracht. Ja, genau so schön könnte Tibet sein.

Und so mag es auch der Autor sehen, der das Thema wie einen Reisebericht gestaltet, mit Informationen über Weltanschauung, Geschichte, den heiligen Berg Kailash, den tibetischen Buchdruck, die Thangka-malerei, farbenfrohe Feste und das Exil des XIV Dalai Lama in Indien.

Das Land wird nicht so sehr gezeigt, wie es wirklich ist, sondern eher, wie es sein sollte: fröhliche Menschen, Mönche bei religiösen Zeremonien, wunderbare Landschaften - ein richtiges Shangri-La. Im Text wird zwar erwähnt, dass durch die chinesische Kulturrevolution viel zerstört wurde, aber nun wird ja vieles wieder aufgebaut, und der XIV. Dalai Lama ist populär wie ein Popstar.

Der kritische Leser vermisst ein wenig die Darstellung der traurigen Wahrheit, dass dieses schöne Land nicht mehr ganz so schön ist, wie es hier gezeigt wird. Es droht unterzugehen durch die zunehmende Sinisierung, wovon hier keineswegs die Rede ist. Liest man das Buch jedoch unter einem anderen Gesichtspunkt, ist es sehr empfehlenswert: Als Aufforderung, dieses Land mit seiner Kultur und den friedfertigen Menschen vor dem drohenden Genozid zu retten.


DVD: Lhasa und der Geist Tibets

Komplett-Media 2004; 58 Min.
ISBN 3-8312-9025-3

Hier sei eine Abänderung des Begleittextes gewagt: "Der Film schildert Blitzlichtereiner Kultur, die Lhasa und...den Potala hervorbrachte." Das aber gekonnt und aussagekräftig.

Am Beispiel der Lebensgeschichten von Onkel und Neffe werden wir mit dem religiösen Leben in Lhasa und Kathmandu vertraut gemacht.

Dort der alte Mann, der unter Entbehrungen an der Tradition von Festen und Pilgerreisen festhält, so gut es möglich ist.

Hier der Neffe im nepalesischen Exil. Er begann seine Mönchslaufbahn mit zehn Jahren und wurde selbst Lehrer.

In fließendem Wechsel zwischen tibetischemund nepalesischem Schauplatz werden uns zum eindrucksvollem Film akustische Informationshäppchen geliefert: über Geschichte und Gegenwart, altes Lhasa und nüchtern zer-renovierte Stadtteile, tibetisches Volk und individuelles Schicksal.

Das Gute an dieser DVD: Auch bei mehrmaligem Betrachten gibt es in der Fülle der Bilder immer noch Details zu entdecken. Die Ernüchterung folgt spätestens mit dem Abspann: Es handelt sich um eine Produktion des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 1997, als Nepal für die Flüchtlinge aus Tibet noch sicheres Terrain bedeutete.


Simon Allix u. Benoit de Villmorin:
Mandala Mountain...Eine Reise zum Kailash

Frederking&Thaler, 2004; 250 Farb-, 50 s/w-Fotos; 112 Seiten
EUR. 20,50; ISBN 3-89405-637-1

Die Faszination, die der Kailash seit Jahrtausenden auf Menschen ausübt, erfasste auch Simon Allix und seinen Bruder Thomas. Fast zehn Jahre lang reisten sie kreuz und quer durch Indien, Nepal, Pakistan und Afghanistan. Der Grafiker Thomas führte dabei ein Tagebuch voller Fotos, Collagen und Textfragmente. Es wurde zur Grundlage für das vorliegende Buch.

Wie sein Inhaltsverzeichnis hält es sich an keine Struktur für einen sichtbaren Aufbau: weder chronologisch noch geografisch noch innerhalb der Beschreibungen von religiösen Begriffen. Splitter: Manchmal wurde unrichtig erklärt: Wenn z.B. das Lungta (Windpferd) als Schutzsymbol Tibets bezeichnet wird.

Die Besetzung Tibets wird in zwei Sätzen gestreift, was nicht überrascht, wenn man im Impressum des Buches liest, dass es in China gedruckt wurde. Aber es wird auch erwähnt, dass die heute in Lhasa lebenden TibeterInnen nur zu den niedrigsten Arbeiten herangezogen werden und dass sie aufgrund dieser Situation durch Prostituierung und Alkoholmissbrauch ihre Würde verlieren.

Im Klappentext heißt es auch: "...Dieses Konvolut aus Bildern und Texten, Erlebnissen und Skizzen schrie förmlich danach, zu einem Buch zu werden...", und weiter: "...machte all das Chaos dieses Reisetagebuches, seine Buntheit und Zerrissenheit einen Sinn" - als ganz persönliche Widmung für den Bruder Thomas Allix, der bei einem Autounfall in Afghanistan ums Leben kam. (h.s.)


Dalai Lama, Michael Wallossek:
Das Herz der Liebe

Theseus Verlag, Berlin, 2004; 95 Seiten
EUR 5,90

Von S.H. Dalai Lama eine handliche, neue Variation zur Liebe; ein wahrhaft unerschöpfliches Thema und anregend zu alltäglichem Üben. Wir möchten glücklich sein und frei von Leiden. Oft erhoffen wir uns Befriedigung durch äußere Annehmlichkeiten und rein körperliche Ertüchtigung und Gesundheit. Dies ist etwas einseitig, da wir oft unter Angst, Niedergeschlagenheit und anderen emotionalen Problemen leiden, oder geistig unklar sind. Buddhistisches Geistestraining kann uns dabei helfen, uns selbst zu öffnen und störende Emotionen in Qualitäten umzuwandeln. Indem wir Mitgefühl, Respekt, Verantwortungsbewusst-sein, Selbstbescheidung üben, - egal, ob wir an Gott oder Buddha glauben, - werden wir glücklich sein. (l.d.)


Thangka-Kalender 2005

Windpferd-Verlag, EUR 24.90 (Preis Deutschland)

Wie seit vielen Jahren, beinhaltet dieser prächtige Kalender im Format 42x60cm Abbildungen von 13 religiösen Rollbildern (Thangkas). Viele Bilder stammen aus antiken Thangkas, bis zurück ins 14. Jahrhundert. Auf einem zweiseitig eng bedruckten Extrablatt wird jedes der Bilder von der Grazer Tibetologin Dr. Andrea Loseries-Leick fachkundig erläutert. Wie üblich, wird hinsichtlich Inhalt, Stil und geografischer Herkunft ein breites Spektrum aufgespannt. Der Kalender hebt sich von den meisten anderen durch sein Format und seine Qualität sehr positiv ab. (p.s.)


Uwe Bräutigam u. Alexander Ribowski:
Farben der Sinne...Gelebte Rituale in Tibet
deutsch/engl.; Buch und DVD

Vlg. Yarlung 2003; 65 Seiten bzw. 2 Std., 30'
ISBN 3-9807396-6-X

Die Aufnahmen dieser DVD entstanden zwischen 1997 und 2000, als A. Ribowski mit einer unauffälligen Digitalkamera durch Tibet reiste. So gelang es ihm, Szenen aus Lhasa und den Klöstern der Umgebung einzufangen. Pilger auf dem Barkhor, debattierende Mönche, Rituale, Brauchtum mitten im Leben. Nicht nur mit diesen Einblicken werden Zuhörer/-seher belohnt. Alltagsszenen, die vielleicht aus Tibet-Berichten geläufig sind, wirken hier plastisch, seien es Straßenmusikanten oder Bettler unter der allgegenwärtigen chinesischen Lautsprecherbeschallung. Besonders beeindruckend: die von Armut und Unterdrückung gezeichneten Gesichter - ohne Verbitterung. Man mag registrieren, dass öffentliche Religionsausübung in Tibet möglich ist. Doch die meisten Lehrer von wirklich tiefgründiger Weisheit sind im Exil, gefangen oder tot. Persönlicher Einsatz und Hingabe können das nur zum Teil wettmachen. Auch sind die Hürden zur Aufnahme ins Kloster massiv, die Zahlen beschränkt. Buch und DVD bilden eine Einheit. Das Buch enthält grundsätzliche Informationen zur Bedeutung der tibetischen Rituale. Das ganze Universum wird im Tib. Buddhismus als Erscheinungsform der fünf Tatha-gata-Buddhas betrachtet. Basierend auf dieser Symbolik zeigt die DVD ein breites Spektrum von Zeremonien. Die Erklärungen des Sprechers sind exakt, auf das Notwendige beschränkt und überlassen die Betrachter ihren eigenen Eindrücken. (d.l)


Dalai Lama:
Mitgefühl und Weisheit
Ein Gespräch mit Felizitas von Schönborn
Mit einem Vorwort des chin. Dissidenten Wei Jingsheng

Verlag Diogenes 2004, (erweiterte Neuauflage v. 1994); 242 Seiten
EUR 12,90; ISBN: 3-257-06397-0

Das Buch in kleinem Format könnte beim Einkauf zum schnell-noch-Mitnehmen verlocken. Leicht, aber in seinem Gehalt keineswegs leichtgewichtig, gibt es umfassend Antwort auf die Frage: "Tibet, Dalai Lama, Buddhismus - wie hängt das zusammen? Und: Buddhismus im Westen, ist das möglich?"

Die Aussagen des 14. Dalai Lama sind in sehr persönlichem Ton gehalten. Man meint immer wieder, die Lebendigkeit gesprochener Sprache herauszuhören, zu lesen.

"Mitgefühl und Weisheit" bietet sich als ideales Geschenk für frisch Interessierte an. Wer sich schon länger mit dem Themenkreis befasst, wird Passagen finden, die zum Innehalten und Weiterdenken anregen. (D.L.)


Jamyang Norbu:
Sherlock Holmes; Das Mandala des Dalai Lama

Bastei-Lübbe, 2004; 316 Seiten
EUR 7,90; ISBN: 3-404-15128-3

Im Hafen von Bombay geht ein geheimnisvoller Norweger an Land. Mord im Hotel, Entsetzen, Verfolgung - unversehens greift der als verschollen geltende Sherlock Holmes ein. Ein Inder namens Hurree Chunder wird zum hilfreichen, ergebenen Begleiter und erweist sich als seinem britischen Pendant Watson durchaus ebenbürtig. Die beiden kommen einer Verschwörung auf die Spur, deren Ziel der 13. Dalai Lama ist. Die Rettungsaktion führt das Team auf einem gefahrvollen Weg durchs Gebirge nach Lhasa.

Jamyang Norbu hat hier die Figur Sherlock Holmes auf interessante Art wiederbelebt. Die Lektüre macht Freude, auch die zahlreichen literarischen Querverweise und die Exkurse historisch-ethnologischer Natur tun der Spannung keinen Abbruch. Kurz vor der letzten Überraschung aber weht dem Leser eine fast zu wilde Melange aus Esoterik, Sci-Fi-Thriller und Lamaismus um die Ohren.

Jamyang Norbu kam schon früh, im Internat in Darjeeling, mit europäischer Literatur in Berührung. Heute ist er Leiter des Amnye Machen Institute (Tibetian Centre for Advanced Studies) in Dharamsala, schreibt Essays, hält Vorträge und ist ein anerkannter Verfechter der Sache Tibets. (D.L.)

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