Bücher zum Thema Tibet - Biographie

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Namgyal Lhamo Taklha;
Geboren in Lhasa. Autobiografie

Nymphenburger; München 2002; 369 Seiten
EUR 20,50; ISBN 3-485-00915-6

Namgyal Lhamo Takhla berichtet über ihr Leben voller Unruhe, Höhen und Tiefen: Geboren 1942; behütete Kindheit, Jugend in Internaten, Exil, Familienleben auf Reisen, unermüdliche Arbeit für die Tibetergemeinen in der Schweiz, den USA und in Indien. Kurze Zeit war sie Direktorin des Instituts für Tibetische Medizin und Astrologie. Als Beraterin des Filmstabs für "Kundun" sorgte sie für die Hintergrundinformationen. Nach den Begegnungen mit Lamas in Ost und West wandte sie sich wieder dem Buddhismus zu, der ihr Kraft in schwierigen Zeiten gab.

Berührende Momente finden sich, wenn die Autorin mit wehmütigem Unterton die tibetische Kultur vor dem Einmarsch der Chinesen beschreibt, oder mit ihrer Familie den Schwierigkeiten und dem Glanz der westlichen Welt entgegentreten muss, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen. Denn besonders mit ihrer Schwiegermutter Gyalyum Chenmo, Mutter des Dalai Lama, verband sie Respekt und Liebe.

Das Buch irritiert auch. Wenn in den Passagen über die ersten Jahre der Unterdrückung die Erlebnisse im Internat im Vordergrund stehen, ist man versucht, eine Art Parallelhandlung über das Leid der TibeterInnen vor dem inneren Auge vorbeiziehen zu lassen. Oder brauchte es sogar eine Portion Mut, zwischen den Zeilen zu bekennen: "Mein Leben war nicht unmittelbar von Verfolgung bedroht. Ich war sogar naiv genug, mich für chinesische Propagandatätigkeit missbrauchen zu lassen."?

Leider bleibt die Erzählweise blass. "Schwerpunkte setzen; mehr Tiefe statt Breite", möchte man rückwirkend raten. - Eine kurze Recherche, dann war klar, dass N. L. Taklha das Manuskript nicht in ihrer Muttersprache, sondern auf englisch („with helping hands“) verfasst hat. Die Übersetzung mit zahlreichen grammatikalischen Unstimmigkeiten trübt zusätzlich die Lesefreude.

Laut Klappentext ist N.L. Taklha heute die Leiterin der Songtsen Library in Dehra Dun, wo die Quellen der Kultur aus dem Himalaya-Raum gesammelt und der Fachwelt zugänglich gemacht werden. (D.L.)

Marie-Madeleine Peyronnet:
Alexandra David-Neel: Mein Leben mit der Königin des Himalaya

Verlag Nymphenburger, München 2003
226 Seiten mit Abb., 20,50 ISBN 3-485-00987-3

LeserInnen der Bücher von Alexandra David-Neel werden sie als unbeirrbare, stets neugierige Forscherin kennen gelernt haben. Dieses Buch gewährt uns nun Einblick in die privaten Facetten dieser kraftvollen Persönlichkeit.

Mit 29 Jahren trat M.-M.-Peyronnet in den Dienst der damals 91-Jährigen A. David-Neel. Das war 1959. Nach den großen Reisen galt es, die umfangreichen Notizen im Wohnsitz "Samten Dzong" zu sichten und auszuwerten. Doch die Autorin sah sich schon nach wenigen Tagen als Gesellschafterin, Sekretärin, Masseurin, wissenschaftliche Hilfskraft und Blitzableiter der Wutausbrüche von Madame, und das fast rund um die Uhr, zehn Jahre lang. Mit viel Ironie beschreibt M.-M. Peyronnet die Launen und auch die ausufernden Pläne ihrer "Herrin": "...wenn wir (dann) schon in Moskau sind, ist es ja auch nach New York nicht weit. Wir brauchen nur die Behringstraße zu überqueren. Und...einen kleinen Abstecher nach Wladiwostok machen...". Dazu sollte es nicht mehr kommen. Immerhin, A. David-Neel schrieb in den letzten Jahren ihres Lebens drei Bücher und entwarf vier weitere, empfing Gäste und warf sie auch wieder hinaus. Vor allem versuchte sie, dem körperlichen Verfall durch unermüdliches Lernen zu trotzen. - Bei aller Mühsal, allen Allüren, mit denen Madame die Autorin konfrontierte, denunziert sie niemals, sondern versucht zu verstehen. Auf diese Art wurde aus dem anstrengenden Dienstverhältnis eine wundervolle Freundschaft.

Die Episoden dieses Buchs vermitteln mit humorvollem Unterton den Aufeinanderprall zweier grundverschiedener Menschen, dazu zahlreiche Lebensweisheiten, unprätentiös in kleine Portionen verpackt. Die deutsche Ausgabe wurde von der Autorin durch ein Kapitel ergänzt, in dem sie die abenteuerliche Reise der sterblichen Überreste von Alexandra David-Neel schildert.
 

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