Stellungnahme der TGÖ

Stellungnahme der in Österreich lebenden Tibeter
(TIBETER GEMEINSCHAFT ÖSTERREICH)

A.KOHL VERHÖHNT DIE TIBETER IN ÖSTERREICH!

Zurzeit leben etwa 100 Tibeter in Österreich, die meisten davon in Wien.

Wir Tibeter in Österreich sind zutiefst btroffen von der verletzenden Aussage Dr. Andreas Kohls, in seinem Schreiben im Programm Buch "Tibet Kultur Woche Chinas".

"...so hoffe ich, dass Chinas Tibet- Kulturwoche die in Österreich lebenden Tibeter/innen mit Stolz auf ihre Heimat erfüllt."

Es kommen noch immer hunderte Tibeter jährlich unter gefährlichsten Bedingungen über die Grenzen Indiens und Nepals, um den Represalien der chinesischen Regierung zu entgehen. (z.B. 30 September 06, erschiessung einer 17 jährigen Nonne an der Grenze Nepals!). Die meisten fliehen weil ihnen das Recht verweigert wird auf eigene Meinung, eigenständige Kultur und Identität. Angesichts dieser der Welt bekannten Tatsachen ist die Aussage Kohls reine Verhöhnung des Schicksals des tibetischen Volkes.

Soviel Zynismus haben wir Tibeter/innen von einem Vertreter der österreichischen Regierung nicht erwartet. Es ist dies verletzend für alle Tibeter, die für Religionsfreiheit und für die Erhaltung der eigenständigen Kultur Tibets ihr Leben riskiert oder gar gelassen haben. Als Presidentin der Tibeter Gemeinschaft Österreich möchte ich sagen, dass es wünschenswert wäre Dr. A. Kohl würde sich für seine unpassende Aussage bei den 100 in Österreich lebenden Tibetern entschuldigen. Aber was sind 100 Tibeter in Österreich schon für Dr. Kohl? Wir haben ihm keine wirtschaftliche Vorteile zu bieten, also kann er es sich erlauben den Chinesen mit derartigen Aussagen zu schmeicheln. Ein unwürdiges Verhalten für einen erfahrenen Politiker, und eine Provakation der in Österreich lebenden Tibeter. Zum Glück sind viele Österreicher versiert mit dem Thema Tibet und wissen, dass diese Art von "Tibet Shows" der VRCH die kitschige, sinnisierte und nicht die authentische naturnahe tibetische Kultur ist. Das Fenster, dass Dr. Kohl den Österreicher/innen auf die tibetische Kultur öffnet trägt sicher nicht zur interkulturllen Bildung des Volkes bei.

Es werden tibetische Künstler und die tibetische Kultur manipuliert und zu politischen Zwecken missbraucht. Die Österreichische Regierung legalisiert und fördert mit "Chinas Tibet Festival" die sinnisierung der tibetischen Kultur und beteiligt sich an deren Missbrauch zur kommunistisch, politischen Propaganda.

Während China sich weltweit als freundlicher Gastgeber für die Olympischen Spiele präsentiert und mit seiner wirtschaftlichen Potenz die Würde und das Ehrgefühl Europäischen Politiker kauft, ist die Politik in Tibet und in China von Willkür und Missachtung geprägt . Die Völkerrechte werden weiterhin aufs gröbste und arroganteste Weise mit den Füssen getreten.

Österreich ist moralisch verpflichtet, von der chinesischen Regierung die Respektierung der Menschenrechte in China und in Tibet zu verlangen. Dieses bedingungslose miteinander feiern und turteln, ist peinlich und lässt sehr an der Würde, der Aufrichtigkeit sowie der Rechtschaffenheit der obersten Verantwortlichen Österreichs zweifeln. Es ist sehr bedauerlich, das Österreich kitschige Propaganda Aufführungen von totalitären Regimen fördert. Wir Tibeter in Österreich hoffen, dass uns bei all dieser Begeisterung für "Chinas Tibet" uns Tibetern in Österreich die gleiche Aufmerksamkeit und Unterstützung zugeteilt wird, in unseren Bemühungen, die Tibetische Kultur hier im Exil zu bewahren und sie an unsere Kinder weiterzugeben.

Betreffend "Chinas Tibet Festivals" sollten Sie wissen:

Die Tibetischen Künstler dieses Ensembles sind strengsten überwacht von chinesischen Begleitern und dürfen nicht mit Tibetern im Exil in Kontakt kommen. Die Künstler haben keine Meinungsfreiheit und werden mit möglichen Konsequenzen ihre berufliche Laufbahn betreffend eingeschüchtert, sich immer glücklich strahlend über das Mutterland China zu äussern. Sie sollten wissen, dass ehemalige Tibetische Künstler, inzwischen als Flüchtlinge in Indien und der USA leben. Einige dieser Flüchtlinge sind 2001 in einem gleichen Ensemble unter Aufsicht der chinesischen Botschaft, in Österreich aufgetreten.

Es gibt kein "Chinas Tibet", Es gibt nur ein TIBET DER TIBETER und das von China wiederrechtlich und gewaltsam besetzte Tibet. Die Wahrheit ist unveränderlich, egal wieviele Tibetologen Österreichs oder Chinas sich damit beschäftigen die Geschichte so zu manipulieren, damit ihr Gewissen sich beruhigt.

Tseten Zöchbauer für Tibeter Gemeinschaft Österreich

Tel. 01 315101216 | Mobil: 0664 4156 450 | E-Mail: tibetergemeinschaft@gmx.at

 
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