Presseaussendung


CHINA-TIBET KULTURFESTIVAL IN LINZ, WIEN UND SALZBURG

Wien: 20.10.2006. In Österreich wird vom 18. bis 29. Oktober gefeiert: 35-jähriges Jubiläum diplomatischer Beziehungen mit China. Nationalratspräsident Andreas Khol gratuliert und hofft, dass das Festival mit Gesang und Tanz und einer Foto- und Thangka-Ausstellung (Rollbilder) den Österreichern ein Fenster zur faszinierenden Kultur von "Chinas Tibet" öffnet.

Wir möchten daran erinnern, dass 1950 die chinesische Volksbefreiungsarmee in Tibet einmarschiert ist und Tibet seither ein besetztes Land ist. Dieser völkerrechtswidrige Gewaltakt hatte und hat für das tibetische Volk verheerende Folgen. Hunderttausende Tibeter kamen ums Leben, über 6000 Klöster, Tempel und historische Bauten wurden zerstört. Mit gezielter Umsiedlungspolitik, gekoppelt mit Zwangsabtreibungen und – sterilisationen strebt China eine demografische „Endlösung“ für Tibet an. Tibeter werden im eigenen Land zu einer Minderheit. In der Hauptstadt Lhasa stehen einem Tibeter drei Chinesen gegenüber. Die empfindliche Ökologie Tibets leidet unter der fortwährenden Ausbeutung der Bodenschätze, der Tierwelt und der Abholzung der Wälder. Abgelegene Gebiete dienen als Mülldeponien für radioaktiven Abfall.

Besonders schlimm ist die Tatsache, dass die Tibeter nach wie vor ihrer elementaren Menschenrechte beraubt sind. Freie Meinungsäußerung und politische Aktivitäten, die im weitesten Sinne Kritik an der chinesischen Regierung darstellen, werden nicht geduldet. Hunderte von politischen Gefangenen befinden sich noch immer in chinesischen Gefängnissen.

Die jüngsten tragischen Vorfälle (30.September 2006) am Nangpa-Pass im Grenzgebiet Tibet-Nepal gingen durch die Weltpresse (in Österreich berichtete der ORF und die Kronenzeitung). Die Verfolgung und Beschießung einer Gruppe von über 70 tibetischen Flüchtlingen, hauptsächlich junge Leute und Kinder, durch chinesisches Militär wurde von ausländischen Bergsteigern gefilmt. Eine 17-jährige Nonne wurde dabei getötet, ein junger Tibeter starb nach einer Schussverletzung an Sauerstoffmangel. Jene Tibeter, welche die Flucht nicht mehr schafften, wurden von den Soldaten gewaltsam abtransportiert. Es ist eine traurige Tatsache, dass noch immer jedes Jahr 2000-3000 Tibeter – davon viele Kinder – ihr Leben riskieren und vor den chinesischen Repressionen über die Himalajapässe fliehen.

Wir sehen die Veranstaltung eines China-Tibet Kulturfestivals in Österreich als einen Missbrauch der tibetischen Kultur und rücksichtslose Werbung für die eigenen Taschen und Zwecke durch die Volksrepublik China. In Tibet wird die Religion unterdrückt, die Kultur zerstört und die Menschen, deren Repräsentanten, werden gefoltert und getötet.

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