Google-Gründer selbstkritisch wegen China
 

Um in China Geschäfte machen zu können, hat sich Google der dortigen Zensur unterworfen. Vielleicht wäre mehr Prinzipientreue sinnvoller gewesen, findet Sergey Brin heute.

Google-Mitgründer Sergey Brin hat sich selbstkritisch über das Engagement seines Unternehmens in China geäußert. „Es ist absolut vernünftig, es anders zu machen“, sagte Brin dem „Wall Street Journal“, „zu sagen: ‘Wir stehen zu unseren Prinzipien gegen Zensur und wir werden dort keine Geschäfte machen.’“

Um Einfluss am chinesischen Markt zu bekommen, kooperiert Google mit den  dortigen Behörden und unterwirft sich den Zensurbestimmungen. So finden sich in Googles chinesischer Suche keine Informationen über Tibet oder das Blutbad auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahr 1989. Um ins Geschäft zu kommen, so Brin, habe man ein Regelwerk akzeptieren müssen, „mit dem wir uns nicht wohlgefühlt haben“. Zuvor habe China die Google-Dienste bereits blockiert gehabt.

Außerdem verwies Brin darauf, dass praktisch alle chinesischen User Googles englischsprachigen unzensierten Dienst nutzten – der allerdings laut „Reporter ohne Grenzen“ von China aus seit einigen Tagen nicht mehr erreichbar ist.

„Wir haben gedacht, dass wir unsere Prinzipien vielleicht verbiegen könnten, um den Chinesen trotzdem viel mehr Informationen und einen effektiveren Dienst zu bieten“, erklärte der Google-Gründer, um dann aber einzuräumen, „vielleicht hätte ein prinzipientreuer Auftritt inzwischen mehr Sinn.“ Fürs erste werde mannun aber daran arbeiten, die chinesischen Projekte mit Leben zu erfüllen, um dann zu sehen, ob man etwas ändern müsse.

 

Quelle: Netzeitung, 8.6.06



                             

 
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