Liebe Tibet-Freundinnen, liebe Tibet-Freunde,

Ich hoffe, Sie hatten einen erholsamen Sommer und können schöne Erinnerungen an Wärme und Sonne mit in den kommenden Winter nehmen.

Gleich zu Beginn mache ich Sie auf die neuen Bürozeiten aufmerksam (siehe Seite 2), die wir kundenfreundlich mehr in den Nachmittag und Abend verlegt haben.

Außerdem möchte ich Sie heute schon da-rüber informieren, dass wir uns nach reiflicher Überlegung entschlossen haben, in Zukunft keinen Flohmarkt mehr zu veranstalten (nur der Bücherflohmarkt bleibt wie gewohnt bestehen). Der Arbeitsaufwand steht in keinem Verhältnis zum Erlös.

Statt dessen beabsichtigen wir, Sie mit einem tibetischen Gartenfest zu überraschen. Dies wird in der ersten Hälfte Juni 2007 stattfinden (bei jedem Wetter). Das SAVE TIBET Team ist mit großer Begeisterung an die Planung herangegangen und wir freuen uns schon jetzt darauf!

Anfang des Sommers wiederholte sich die Tragikomödie der Sonderbriefmarke mit dem Bild des Dalai Lama anlässlich seines 70. Geburtstages im vorigen Jahr. Wie erinnerlich hatte die österreichische Post durch chinesische Intervention den Druck der offiziellen Sondermarke zurückgezogen und einen privaten Druck kurzfristig abgelehnt. Nunmehr erhielten wir im Mai eine Aussendung von der Post mit der Einladung, Werbung für unseren Verein mittels einer eigenen Sonderbriefmarke zu machen. Unsere daraufhin erfolgte Bestellung einer Sondermarke mit dem Kopf des Dalai Lama und der Aufschrift SAVE TIBET wurde jedoch wieder ohne Angabe von Gründen auch in der geringen Auflage von 100 Stück abgelehnt. Das ist so empörend, weil die Post alle möglichen und unmöglichen Motive für würdig hält, auf eine frankaturgültige österreichische Biefmarke gedruckt zu werden, z. B. den Kopf eines Hundes bei einem Hundezüchterverein ... oder Fahnen schwingende Menschen (Fahnen mit Hammer und Sichel) und den Wortlaut KPÖ – DU DARFST! ... Diese und andere Beispiele siehe www.meine-marke.at.

Nun haben wir auch die Fußballweltmeisterschaft überstanden, und ich weise Sie auf die parallele „Waldmeisterschaft“ hin (siehe Seite 25), an der auch Tibet trotz heftiger Proteste Chinas teilgenommen hat, die ebenfalls (fast gleichzeitig und von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt) stattgefunden hat.

In der Zwischenzeit ist auch die Eisenbahnstrecke Golmud – Lhasa in Betrieb genommen worden (siehe Seiten 20-24), die den Tibetern nur Nachteile bringt und ein eindeutiges Prestigeprojekt der chinesischen Regierung um jeden Preis darstellt. Schon jetzt mehren sich die Meldungen von Zwischenfällen technischer Art, trotzdem sind die Züge angeblich schon für längere Zeit ausgebucht. Ungeachtet aller Probleme können wir nur hoffen, dass sich keine Unfälle ereignen, da jede Hilfe in dieser endlosen Weite der Hochgebirgslandschaft unter diesen extremen Bedingungen sicherlich äußerst schwierig sein würde.

In den letzten Tagen fiel mir ein Zeitungsbericht in die Hände („Die Presse“, 12. 8. 2006), wo informiert wird, dass China bereits zum sechstgrößten Weinland der Welt avanciert ist. Also ab nun finden Sie chinesischen Wein auch auf den Karten österreichischer Haubenlokale. Als ob wir in Österreich nicht genug ausgezeichneten Wein hätten! Doch es steckt österreichisches Know-how in diesen Weinprodukten: Z. B. im Weingut Chang Yu mit 7000 ha (doppelt so groß wie die steirischen Weinbaugebiete) mit extrem hohem Ausbildungsniveau der 5000 Mitarbeiter. Es gibt einfach beinahe nichts mehr, was nicht ganz oder teilweise in China hergestellt wird, selbstverständlich billiger als bei uns, allen heimischen Produkten eine Konkurrenz und eine Gefährdung unserer Arbeitsplätze. Diese Mentalität, sich über alles hinwegzusetzen und auszunützen ist auch das Problem in der Behandlung Tibets.

Ich frage mich immer wieder, was ein solches Volk von mehr als 1,3 Milliarden Chinesen veranlasst, eine im Vergleich dazu unbedeutende Minderheit von 6 Millionen Tibetern (nach tibetischer, 4,6 Millionen nach chinesischer Quelle) so brutal zu unterdrücken? Haben sie Angst vor dem Glauben der Tibeter an ihre Religion und den Dalai Lama? Ist ihnen das zähe Durchhaltevermögen der Tibeter nach mehr als 50 Jahren Besatzung so unheimlich? Etwas, das sie nicht verstehen oder nachvollziehen können?

Dies fragt sich Ihre

Elisabeth Zimmermann



                             

 
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