China - Sechs Tibet-Aktivisten an Großer Mauer verhaftet

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Welt online, 7.8.07:
Menschenrechtler aus Kanada, den USA und Großbritannien hatten zur Befreiung des besetzten Landes aufgerufen. In einem neuen Bericht bezeichnete Amnesty International die Menschenrechtslage in China als "katastrophal".

In China sind sechs Aktivisten für die Unabhängigkeit Tibets verhaftet worden. Die aus Kanada, den USA und Großbritannien stammenden Menschenrechtler hätten an der Großen Mauer ein Transparent mit der Parole: "Eine Welt, ein Traum, befreit Tibet 2008" aufgehängt, berichtete der britische Sender BBC. Ein Jahr vor Beginn der Olympischen Spiele in China am 8. August 2008 protestierten sie damit gegen anhaltende Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik.

Die Menschenrechtler werfen China den Angaben zufolge vor, mit den Olympischen Spielen seinen Anspruch auf Tibet festigen zu wollen. Tibet ist seit 1951 von China besetzt. Der Protest dauerte rund zwei Stunden, bis die Polizei einschritt.

In einem neuen Bericht bezeichnete auch Amnesty International die Menschenrechtslage in China als "katastrophal". Die Spiele würden als Vorwand genutzt, um im Namen der Sicherheit verstärkt gegen Menschenrechtsverteidiger und Journalisten vorzugehen. Ausländischen Berichterstattern sei zwar etwas mehr Spielraum zugestanden worden. Die nationale Pressefreiheit sei jedoch weiter stark eingeschränkt. Auch das Internet werde immer noch massiv zensiert.

Der Amnesty-Bericht listet zahlreiche Fälle von Hausarrest, Folter und unfairen Gerichtsverfahren gegenüber Menschenrechtsverteidigern auf. Zugenommen hätten zudem Inhaftierungen ohne Anklage, etwa zur "Umerziehung durch Arbeit" oder zu Zwangsentzug bei angeblich Drogensüchtigen, hieß es. Betroffen von der "sozialen Säuberung" seien auch Kritiker von Umsiedlungen für Bauprojekte für die Olympischen Spiele. "Die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in China sind ein Angriff auf die Kernprinzipien der Olympischen Charta", erklärte der Amnesty-China-Experte Dirk Pleiter.

 
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