Kurznachrichten

(Zurück zur Inhalt)

Tibeter zu Unrecht am Reisen gehindert
Viele Tibeter möchten nach Nepal und insbesondere nach Indien reisen, wo ihr spirituelles Oberhaupt, der Dalai Lama, im Exil lebt. Wie alle anderen chinesischen Staatsbürger auch dürfen die Tibeter den Gesetzen der VR China zufolge ins Ausland reisen, wann immer sie wollen. Da ihre Absicht jedoch bei den chinesischen Behörden Misstrauen und Verdacht hervorruft, sehen sich die Tibeter vielen Hindernissen gegenüber, die es ihnen fast unmöglich machen, legale Reisedokumente zu bekommen. Dies hat, ebenso wie in vielen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, zum Entstehen einer Grauzone geführt, in der Kriminalität, Willkür und Korruption florieren. Folglich haben Tibeter häufig keine andere Wahl, als die Grenze ohne die erforderlichen Dokumente zu überqueren, wobei sie große Gefahren und Beschwernisse auf sich nehmen müssen. An dieser Situation wird sich auch nichts ändern, solange die Behörden nicht gemäß den bestehenden Gesetzen der VR China handeln und den Tibetern, egal, was der Zweck ihrer Reise ins Ausland sein mag, uneingeschränkte Bewegungsfreiheit gewähren.

Tibetische Kultur in Lhasa auf dem Rückzug
Der Potala, der frühere Sitz des Dalai Lama, zieht immer mehr Touristen an. So besuchen während der Hauptsaison pro Tag mehr als 6.000 (!) Personen dieses Wahrzeichen von Lhasa. Und durch die im Jahr 2006 eröffnete Eisenbahn erhöht sich der Zustrom der Touristen täglich. Der Potala hat längst nicht mehr die Aufnahmekapazität für diese Menschenmassen. Und so sind die Behörden auf eine besonders "originelle Idee" verfallen. Sie lassen neben dem Original einen Minipotala errichten und der soll dann den Touristen für einen Besuch offen stehen. Die erlaubte Besuchszeit des Potala durch Touristen wird derzeit empfindlich eingeschränkt (Zeitstempel!). Laut letzten Berichten ist nur mehr eine Stunde erlaubt! Das gleiche gilt für den Besuch des Jokhang Tempels.

Mehr als 50 Jahre unter chinesischer Herrschaft haben den Glauben der Tibeter nicht auslöschen können. Und doch ist die tibetische Kultur in Lhasa unaufhaltsam auf dem Rückzug. Von der Zeit des Mittelalters bis ins 20. Jahrhundert präsentierte sich die Stadt frei von fremden Einflüssen. Nun ist nur noch im Tempelviertel Barkhor etwas von der alten Atmosphäre zu spüren. Hier gibt es noch die sich nach oben verjüngenden Häuser mit kunstvoll bemalten Tür- und Fensterstürzen, weißem Anstrich und schwarz umrandeten Fenstern. Die dunkle Fläche sorgt dafür, dass die Luft angewärmt wird, bevor sie ins Haus eindringt. Schließlich wird es in 3600 Metern Höhe ziemlich kalt - die dünne Luft kann keine Wärme speichern. Die chinesischen Neubauten, die die anderen Stadtteile dominieren, können mit solch trickreichen Baumethoden nicht aufwarten. Betonhochhäuser säumen die Avenuen, die Lhasa in schnurgerader Richtung zerteilen - hier ist kaum zu erkennen, in welcher Provinz des Riesenreiches man sich befindet. Selbst die Pflastersteine auf den Gehwegen sind dieselben wie überall in China.

 
© Save Tibet 2004 - 2005 | Home | Kontakt