Das "Home Austria" in Choglamsar

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Um die schwierigen Wohnverhältnisse im tibetischen Kinderdorf Choglamsar bei Leh (Ladakh) zu erleichtern, plante SAVE TIBET im Jahre 2006 die Errichtung eines neuen Wohnheimes zu finanzieren.

Auch ich wollte das Projekt unterstützen und veranstaltete im März 2006 eine Tibetausstellung im Kulturzentrum von Perch-toldsdorf bei Wien, um Spenden zu sammeln. Im Frühjahr 2007 wurde der Bau fertiggestellt und so reisten ein befreundetes Ehepaar (ebenfalls Paten), meine Frau und ich, sowie unsere Patenkinder aus dem TCV (Tibetan Children's Village) Dharamsala nach Ladakh, um den Spendern über das neue Wohnheim zu berichten.

Im TCV Upper Dharamsala oberhalb McLeod Ganj wurden wir wie immer herzlich aufgenommen und konnten dort im neu errichteten "Peace Home" Unterkunft finden. Im TCV - hoch über den lauten, hektischen indischen Städten - herrscht eine wohltuende Ruhe, Freundlichkeit und Gelassenheit, nur unterbrochen durch Kinderlachen, Gesänge und Gebete.

Unsere beiden Patenkinder Pema (7 Jahre) und Mingyur (9 Jahre) sind zwei reizende Mädchen mit dem traurigen Schicksal vieler dieser Flüchtlingskinder. Mit ihnen und einem tibetischen Fahrer (er verbrachte seine Kindheit und Jugend ebenfalls im TCV) fuhren wir nach einem Stopp in Patlikhul (Wohnheim für tibetische Jugendliche mit einer ausgezeichneten Thangkamalschule, die auch schon in mehreren Spendenaktionen von SAVE TIBET unterstützt wurde) von Manali auf argen Schotterpisten durch das Himalayagebirge nach Leh.

Eine Woche verbrachten wir in Leh und Umgebung, meinem Lieblingsplatz im Himalaya, den ich bereits 1976 das erste Mal besuchte und der sich dank seiner Abgeschiedenheit und der Tatsache, dass er sich auf indischem Staatsgebiet und nicht auf chinesischem befindet, bis heute seine von Tibet beeinflusste Kultur und Religion bewahrt hat.

Das TCV Choglamsar liegt 9 km von Leh entfernt und ist eine ausgezeichnet geleitete Anlage für tibetische Kinder mit sauberen Wohnheimen, Kindergarten und Schule, Spielplätzen und einer großen Versammlungshalle.

Das neu errichtete "HOME AUSTRIA" für 35 Mädchen ist ein rechteckiger Bau mit der Möglichkeit zum Aufstocken, einem geschützten Innenhof für Gemüse- und Blumenbeete und Küche mit anschließendem Essraum, in dem auf dem Boden sitzend gegessen wird. Weiters gibt es noch Badezimmer mit Duschen (derzeit noch kaltes Wasser, die Solaranlage fehlt noch) und natürlichen Klosett-Anlagen. Die hellen Zimmer mit Türen zum Innenhof sind mit je 2 Stockbetten für 4 Mädchen möbliert und haben Ablagen für persönliche Sachen, wodurch ein angenehmer Eindruck entsteht. Es fehlt noch etwas an Innenausstattung, aber das Wohnheim präsentiert sich als moderner, zweckmäßiger Bau. Die Organisatoren von SAVE TIBET sowie ALLE Spender können stolz auf dieses "HOME AUSTRIA" sein!

Eine betrübliche Situation gibt es im entlegenen Changthang-Gebiet (unwirtliches Hochplateau) in der Nähe des Tso Moriri Sees bei den dortigen drei TCV Schulen. In diesen Schulen und Kindergärten in Sumdo, Nyoma und Hahly mit insgesamt 390 tibetischen Nomadenkindern fehlt es an allem, insbesonders an warmer Kinderbekleidung für die eisigen langen Wintermonate. Drei Lehrer betreuen die Schulen in dieser abgelegenen, unwirtlichen Gegend und im Winter ist es oft nicht möglich in den ungeheizten Schulräumen Unterricht abzuhalten. Da nur die TCV Schule in Sumdo in einem für Ausländer offenen Gebiet liegt, haben die Kinder auch keinen Kontakt mit Fremden, aber die Direktion des TCV Choglamsar, die alle drei Schulen betreut, kann Geschenke weiterleiten. Vielleicht ist es möglich, mit Hilfe der zahlreichen großzügigen Spender auch diesen Nomadenkindern zu helfen?
TASHI DELEK
Hans Kirchstorfer

 
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