China verwarnt zwei Reporter wegen Tibet-Berichterstattung

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Zwei ausländische Journalisten, die im April aus Tibet berichtet hatten, wurden am 15. Mai separat in das Außenministerium in Beijing zitiert. Dort wurden sie wegen ihrer "falschen" Berichterstattung verwarnt. Betroffen waren Harald Maass, der China-Korrespondent der Frankfurter Rundschau, und Tim Johnson, China-Korrespondent der McClatchy-Mediengruppe [Zusammenfassung seines Berichtes über die "Sozialistischen Dörfer" in Tibet-Information vom 10. Mai 2007; UM]. Ein Abteilungsleiter im Außenministerium teilte beiden Journalisten mit, ihre Tibet-Berichterstattung sei ein "ernster Fehler", würde "die Fakten entstellen" und "journalistische Standards verletzen". Beide wurden aufgefordert, "ihre Fehler zu korrigieren".

Beide Reporter gaben an, dass sie während ihres Tibet-Aufenthaltes von Polizisten in Zivil verfolgt und belästigt wurden. Diese verhinderten, dass Maass von Lhasa nach Shigatse, der zweitgrößten Stadt in Tibet, reisen konnte. Tibeter, mit denen sie sprachen, seien bestraft worden.

Unklar blieb, ob die bis Ende der Olympiade geltenden Erleichterungen für ausländische Journalisten [siehe Tibet-Information vom 21. Dezember 2006; UM] auch für Tibet gelten. Maass wurde mitgeteilt, dass er gemäß den neuen Regeln auch nach Tibet reisen dürfte, aber vorab eine Erlaubnis des Ministeriums benötige, während Johnson informiert wurde, dass die neuen Regeln nicht für Tibet gelten.

Quellen: Reporter ohne Grenzen

 
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