Tibetischer Klosterabt zum Rücktritt gezwungen

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Juni 2007
Der 70-jährige Khenpo Tsanor, Abt des Dungkyab-Klosters in der nordosttibetischen Präfektur Golog, wurde Mitte Mai zum Rücktritt gezwungen, weil er sich weigerte, den Dalai Lama denunzierende Erklärungen zu unterzeichnen. Dieser Fall steht exemplarisch für das Vorgehen Chinas in der "Patriotischen Umerziehung" in Tibet.

Gegenüber Radio Free Asia (RFA) sagte der Abt: "Ich sah die Regierungsdo-kumente… Der Dalai Lama sollte kritisiert und seine spalterische Haltung verurteilt werden. Aber ich wollte nicht unterschreiben. Ich wusste zwar, dass alle, die nicht unterschreiben, vor Gericht belangt werden. Sie [offizielle Vertreter der Präfektur, die die 'Patriotische Umerziehungskampange' durchführen; UM] drohten sogar, das Kloster zu schließen, wenn wir nicht die Dokumente unterschreiben… Es war für mich sehr schwer, an diesen quälenden Pflicht-Sitzungen [mit Denunziationen des Dalai Lama; UM] teilzunehmen… Vertreter der Präfektur kamen ins Kloster und fragten, ob ich bereit sei, zurückzutreten. Ich willigte ein, weil ich wusste, ich hatte keine andere Wahl."

Radio Free Asia erreichte einen Vertreter der Präfektur, der dieses bestätigte. Er erklärte: "Es ist bekannt, dass alle Klöster in China die Direktiven der Regierung erfüllen müssen… Viele Klöster müssen dahingehend evaluiert werden." Das betroffene Kloster solle ein "Modellfall" werden, in dem sich nur noch "loyale" Mönche aufhielten.

Das Kloster Dungkyab wurde 1837 gegründet und beherbergt etwa 200 Mönche; sowie laut Angaben von lokalen Anwohnern nochmals 130 direkt von China rekrutierte Mönche.
Quelle: Associated Press

 
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