Dalai Lama - Nachfolge vor Tod regeln

Der Dalai Lama will möglicherweise entgegen der tibetischen Traditionen vor seinem Tod einen Nachfolger benennen, um so eine Einmischung Chinas zu verhindern.

Wenn die Tibeter an der Dalai-Lama-Tradition festhalten wollen, habe ich mit meinen Mitarbeitern die Möglichkeit erwogen, noch zu Lebzeiten den nächsten Dalai Lama zu bestimmen", sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der japanischen Zeitung "Sankei Shimbun". Sein Nachfolger könne entweder demokratisch aus den Reihen ranghoher buddhistischer Mönche in Tibet auserwählt oder direkt von ihm ernannt werden. Der Dalai Lama hält sich auf Einladung japanischer Buddhisten derzeit in dem ostasiatischen Land auf.

Tibeter würden Chinas Nachfolger nicht stützen

"Falls China nach meinem Tod einen Nachfolger auswählen sollte, würde das tibetische Volk diesen nicht unterstützen", sagte der Dalai Lama weiter. 1995 hatte China einen damals sechsjährigen Jungen festgenommen, den der Dalai Lama zum Panchen Lama -- der zweitwichtigsten geistlichen Position in Tibet -- bestimmt hatte. Peking ernannte daraufhin einen eigenen Panchen Lama, der seitdem als Zeichen chinesischer Vorherrschaft in Tibet präsentiert wird.

Tibet wird seit dem Einmarsch der chinesischen Armee 1950 von Peking regiert. Nach einem fehlgeschlagenen Aufstand der Bewohner flüchtete der Dalai Lama nach Indien, wo er seit 1959 in Dharamsala eine Exil-Regierung führt und für die Autonomie Tibets wirbt. China lehnt dies strikt ab. löh/AFP

Quelle: Focus online, 20.11.07


   

 

 
© Save Tibet 2004 - 2005 | Home | Kontakt