Save Tibet INFO Dezember 2004 - China stoppt österreichische Sondermarke

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Die Volksrepublik China hat verhindert, dass die österreichische Post eine Gedenkmarke zum 70. Geburtstag des Dalai Lama herausgibt. Energische Vorsprachen des chinesischen Botschafters in Bundeskanzleramt und Außenministerium haben dazu geführt, dass das außergewöhnliche Produkt mit dem Bild des Nobelpreisträgers nicht erscheinen wird.

Die Besonderheit der Marke wäre nicht nur im Sujet, sondern auch in der Drucktechnik gelegen. Bei bereits erfolgten Probedrucken wurden erstmals "Iriodin-Farben" verarbeitet: Über dem Gesicht des Nobelpreisträgers erscheint eine irisierende Hand und das buddhistisches Amulett des Dalai Lama.

Die Sondermarke wäre nicht nur für Österreichs rund 300.000 Sammler interessant gewesen. Die heimische Post hätte vor allem auf dem internationalen Markt ein gutes Geschäft gemacht - deshalb auch die Aufschriften in Englisch.

Der Mut zur Ausgabe verschwand allerdings schlagartig, als China bei Österreichs Regierungsvertretern seine wirtschaftliche Macht für österreichische Firmenaufträge anklingen ließ. Auch die Freundschaft des großen China mit dem, kleinen Österreich wurde in Frage gestellt.

Die Post versucht, die fertige Sondermarke als nicht vorhanden herunterzuspielen: "Die Ausgabe einer Dalai-Lama-Marke war kurze Zeit angedacht, aber, wie auch viele andere mögliche Motive für 2005, wurde diese auf Grund der beschränkten Anzahl an möglichen Briefmarken-Motiven wieder verworfen".

China hat, wie im KURIER berichtet, erst im Vormonat bei einer Briefmarkenausgabe der UNO-Genf energisch eingegriffen: Weil der Sieger eines weltweiten Zeichenwettbewerbs zum Thema "Mein Traum: Eines Tages Frieden" ein 13-jähriger Bub aus Taiwan war und dies auch unter dem Markenbild stand, wurde nach chinesischen Protesten die teilweise bereits ausgelieferte Marke eingezogen.

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