Human Rights Watch: China zwingt Nomaden zur Sesshaftigkeit

*Von WZ Online / APA*

China zwingt tibetische Nomaden laut dem Bericht einer Organisation /Human Rights Watch/ zur Ansiedlung in Städten, um ihr angestammtes Land anderweitig nutzen zu können. Betroffen seien zehntausende, wenn nicht gar hunderttausende Menschen, erklärte die Organisation. Die Nomaden würden gezwungen, ihre Yak-, Schaf- und Ziegenherden zu schlachten, in neu errichtete Siedlungen zu ziehen und ihren traditionellen Lebensstil aufzugeben. Die von den Behörden gezahlte Entschädigung sei minimal.

"Sie zerstören unsere tibetischen Gemeinden, indem sie uns nicht in unserer Region leben lassen und löschen so unsere Lebensweise völlig aus", wurde ein Tibeter zitiert. Die Umsiedlungen in Tibet und den angrenzenden tibetischen Gebieten der Provinzen Sichuan, Gansu und Qinghai stehe in Verbindung mit dem 1999 gestarteten Projekt, den armen und unruhigen Westen Chinas zu entwickeln und an die Boom-Regionen im Osten anzubinden, erklärte Human Rights Watch. Mit den Umsiedlungen sei 2000 begonnen worden. Vielfach sei Land konfisziert worden, um dort Bergbau, Infrastrukturprojekte oder neue Ortschaften ansiedeln zu können.

"Selbst wenn wir Stadtbewohner werden und versuchen, Geschäfte zu machen, haben wir nicht die Ausbildung oder die Erfahrung, um Erfolg zu haben", wird ein Betroffener in dem Bericht zitiert. "Wir wissen nicht einmal, wie man sich von Ackerbau ernährt. Deshalb werden wir in der Zukunft große Schwierigkeiten haben."

Human Rights Watch appellierte an Peking, die Umsiedlungen bis zur Einrichtung eines Kontrollsystems auszusetzen und umgesiedelten Tibetern die Rückkehr auf ihr Land zu erlauben.

Quelle: Wiener Zeitung.at, 10.6.07


   

 

 
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