                   Studienplne
fr die Bachelor- und Masterstudien der Studienrichtung
                    Informatik
         an der Technischen Universitt Wien

            Gltig ab 1. Oktober 2007



Vorwort

Die rasante Entwicklung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie hat in den letzten Jahren zu einem enormen Bedarf an universitr gut ausgebildeten Arbeitskrften in verschiedensten Bereichen der Wirtschaft, speziell im Raum der EU, gefhrt. Die Studienkommission Informatik am Standort Wien reagierte im Jahre 2001 auf den akuten Bedarf insbesondere an universitr ausgebildeten Informatikfachkrften durch eine Umstellung des Diplomstudiums Informatik auf dreijhrige Bachelor- und darauf aufbauende zweijhrige Masterstudien.  Diese Gliederung entspricht auch dem Geist der Bologna-Erklrung, in welcher der Wille zu einer derartigen EU-weiten Entwicklung der Studienplne bekundet wurde. Krzere Normstudienzeiten erhhen die Attraktivitt der Studien fr MaturantInnen
und senken die Rate der StudienabbrecherInnen.

Das Ausbildungsniveau der AbsolventInnen der Masterstudien entspricht jener der AbsolventInnen des bis 2001 gefhrten Diplomstudiums Informatik.  Die nun noch besseren Mglichkeiten zur Spezialisierung sowie die vielfltigen Kombinationsmglichkeiten der Bachelorstudien (auch anderer Studienrichtungen) mit den angebotenen Masterstudien der Informatik orientieren sich an den stetig wachsenden Anforderungen der Wirtschaft an flexiblen, interdisziplinr ausgebildeten AkademikerInnen.

Die Bachelorstudien Data Engineering & Statistics, Medieninformatik, Medizinische Informatik, Software & Information Engineering sowie Technische Infomatik vermitteln eine fundierte Grundlagenausbildung mit Schwerpunktsetzungen, die sowohl den klassischen Bereichen der Informatik (Software & Information Engineering, Technische Infomatik) als auch aktuellen Trends (Data Engineering & Statistics,
Medieninformatik, Medizinische Informatik) Rechnung tragen.

Die Masterstudien Computational Intelligence, Computergraphik & Digitale Bildverarbeitung, Information & Knowledge Management, Medieninformatik, Medizinische Informatik, Software Engineering & Internet Computing, Technische Informatik sowie Wirtschaftsingenieurwesen Informatik fhren zu einer Vertiefung und Spezialisierung in relevanten Gebieten der Informatik. Die AbsolventInnen sind sowohl fr hhere Positionen in der Wirtschaft als auch fr weiterfhrende Forschungsaufgaben hoch qualifiziert. Die weit gefassten Zulassungsbedingungen erhhen die Mglichkeiten, in verschiedenen Anwendungsgebieten Schlsselqualifikationen zu erwerben. Das Spektrum reicht von der Mglichkeit fr ElektrotechnikerInnen, das Masterstudium der Technischen Informatik zu absolvieren, bis hin zum Angebot des Masterstudiums Wirtschaftsingenieurwesen Informatik fr AbsolventInnen von Ingenieurfchern; berdies stehen alle Masterstudien fr AbsolventInnen des Studiums der Wirtschaftsinformatik offen.



Teil I. Bachelorstudien



1. Allgemeine Regelungen

1.1. Studien und akademischer Grad

(1) An der Technischen Universitt Wien sind fnf ingenieurwissenschaftliche Bachelorstudien im Bereich der Informatik eingerichtet: Data Engineering & Statistics, Medieninformatik, Medizinische Informatik, Software & Information Engineering sowie Technische Informatik.  Die Regelstudiendauer dieser Studien betrgt 6 Semester.

(2) Der Absolventin/Dem Absolventen eines Bachelorstudiums wird der akademische Grad ``Bachelor of Science'', abgekrzt ``BSc'', verliehen.


1.2. ECTS-Punkte und Semesterstunden

Als Ma fr den Umfang von Lehrveranstaltungen und Prfungsfchern werden ECTS-Punkte (Ects) und Semesterstunden (Sst) verwendet.  Ist nur eine Zahl angegeben, handelt es sich um ECTS-Punkte; bei zwei Zahlen gibt die erste die ECTS-Punkte und die zweite die Semesterstunden an.  

ECTS steht fr European Credit Transfer System. Die ECTS-Punkte geben den durchschnittlichen Gesamtaufwand fr Studierende an, wobei ein ECTS-Punkt 25 Arbeitsstunden entspricht.  Der Aufwand fr ein Studienjahr betrgt 60.0 Ects, fr ein Bachelorstudium einschlielich Bachelorarbeit 180.0 Ects.  Ab dieser Studienplanversion werden zur Festlegung des Umfangs der von den Studierenden zu erbringenden Leistungen ausschlielich ECTS-Punkte verwendet.

Semesterstunden sind ein Ma fr die Beauftragung der Lehrenden.  Bei Vorlesungen entspricht eine Semesterstunde einer Vorlesungseinheit von 45 Minuten je Woche eines Semesters.  Sofern nicht anders angegeben entspricht eine Semesterstunde
1.5 Ects.


1.3. Grundstudium

Die ersten beiden Semester sind fr alle fnf Bachelorstudien identisch und bilden zusammen die Studieneingangsphase. Sie bieten eine Einfhrung in die Grundlagen der Informatik und dienen als Orientierungsphase fr die Studierenden.  Die Entscheidung ber die weitere Spezialisierung muss erst danach getroffen werden.


1.4. Lehrveranstaltungskatalog ``Soft Skills & Gender Studies''

In den Bachelor- und Masterstudien sind Lehrveranstaltungen aus den Bereichen Soft Skills und Gender Studies im jeweils angegebenen Umfang zu whlen. Diese Lehrveranstaltungen knnen dem von der Technischen Universitt Wien verlautbarten Auswahlkatalog der ``Soft Skills'' oder dem folgenden Angebot entnommen werden.

 * Fremdsprachen
Dieser Bereich umfasst alle Lehrveranstaltungen, deren Ziel die Vermittlung einer lebenden Fremdsprache mit technischer Ausrichtung ist, wie zum Beispiel:

 * Gender Studies

 * Kommunikation und Prsentation

 * Rechtliche Aspekte

 * Sozialwissenschaftliche Aspekte


1.5. Freie Wahlfcher und Soft Skills

In jedem Bachelorstudium sind freie Wahlfcher und Soft Skills im Umfang von 18.0 Ects zu absolvieren, wovon mindestens 3.0 Ects aus dem von der Technischen Universitt Wien verlautbarten Auswahlkatalog der ``Soft Skills'' oder aus dem Katalog Soft Skills & Gender Studies (Abschnitt 1.4) zu whlen sind.
[ Laut studienrechtlichem Teil der Satzungen der Technischen Universitt Wien sind mindestens 9.0 Ects an Soft Skills zu absolvieren, wobei sich dieser Betrag um jene Soft Skills-Lehrveranstaltungen reduziert, die bereits im Studium vorgesehen sind. In den Bachelorstudien werden das Seminar `Grundlagen methodischen Arbeitens' und die Vorlesung `Daten- und Informatikrecht' gewertet, wodurch sich der Umfang an mindestens zu absolvierenden Soft Skills auf 3.0 Ects reduziert. ]
Die brigen Lehrveranstaltungen dieses Prfungsfaches knnen frei aus dem Angebot an wissenschaftlichen/knstlerischen Lehrveranstaltungen aller anerkannten in- und auslndischen Universitten gewhlt werden.


1.6. Voraussetzungen fr die Absolvierung von Lehrveranstaltungen

(1) Lehrveranstaltungsleiterinnen und -leiter sind berechtigt, in ihren Lehrveranstaltungen bei den Studierenden die Kenntnisse und Fertigkeiten vorauszusetzen, die in jenen Lehrveranstaltungen vermittelt werden, welche gem der Semesterempfehlung in den Studienplnen in frheren Semestern vorgesehen sind.

(2) Bei den folgenden Lehrveranstaltungen ist fr die Anmeldung zu einer Vorlesungsprfung sowie fr die Anmeldung zu einer Lehrveranstaltung mit immanentem Prfungscharakter die positive Absolvierung von Lehrveranstaltungen aus dem 1. und 2. Semester eines von der/dem Studierenden betriebenen Studiums im Umfang von mindestens 54.0 Ects oder die Zulassung zu einem Master- oder Doktoratsstudium Voraussetzung.  Bei strukturellen Problemen mit der Gewhrleistung eines ordnungsgemen Lehrveranstaltungsbetriebs im 1.  oder im 2. Semester kann die Studienkommission diese Voraussetzung vorbergehend reduzieren.

(3) Bei einer versehentlichen Akzeptanz der Anmeldung durch die Lehrveranstaltungsleiterin/den Lehrveranstaltungsleiter gelten die Voraussetzungen fr diese Anmeldung als erfllt; d.h. insbesondere, dass einmal erbrachte Leistungen trotz Fehlens der Voraussetzung nicht verfallen.

(4) Bei Vorliegen besonderer Grnde kann das studienrechtliche Organ Studierende auf deren Antrag oder die Studienkommission von Amts wegen Lehrveranstaltungen von dieser Voraussetzung ausnehmen.

Die folgenden Lehrveranstaltungen des 4., 5. und 6. Semesters der Bachelorstudien sind von der Regelung betroffen:


1.7. Studienplanentsprechung von Lehrveranstaltungen

(1) Eine an der Technischen Universitt Wien absolvierte Lehrveranstaltung entspricht einer Lehrveranstaltung des Studienplans und bedarf keiner formalen Anerkennung,

 * wenn ihr Titel -- abgesehen vom optionalen Zusatz ``fr Informatik'' zur Unterscheidung von gleichartigen Lehrveranstaltungen anderer Studienrichtungen -- mit dem Titel der Lehrveranstaltung des Studienplans bereinstimmt,

 * wenn ihr Typ mit dem Typ der Lehrveranstaltung des Studienplans bereinstimmt, wobei die Typen VO, VD, VU und VL bzw. die Typen UE, RU und LU bzw. die Typen PS und SE fr diese Regelung als identisch gelten,

 * und wenn ihr Umfang mindestens den im Studienplan vorgesehenen ECTS-Punkten entspricht.

(2) Lehrveranstaltungen, die derselben Lehrveranstaltung des Studienplans entsprechen, gelten als quivalent und knnen nicht gleichzeitig innerhalb eines Studiums gewhlt werden.


1.8. Lehrveranstaltungssprache

Die Lehrveranstaltungen des Grundstudiums sind in deutscher Sprache abzuhalten. Alle brigen Lehrveranstaltungen knnen auch in englischer Sprache angeboten werden.


1.9. Erweiterung der Lehrveranstaltungskataloge

(1) Die Studienkommission kann per Verordnung die Wahlfachkataloge der Studien um aktuell angebotene Lehrveranstaltungen erweitern sowie Lehrveranstaltungen definieren, die zu Pflicht- und Wahllehrveranstaltungen des Studienplans quivalent sind.  Diese Ergnzungen und quivalenzen sind vor Beginn des Semesters (1. Oktober bzw. 1. Mrz) im Mitteilungsblatt der Technischen Universitt Wien zu verlautbaren und gelten, soweit nicht anders angegeben, nur fr die im auf die Verlautbarung folgenden Semester abgehaltenen Lehrveranstaltungen.

(2) In begrndeten Ausnahmefllen kann das studienrechtliche Organ derartige Ergnzungen und quivalenzen auch fr einzelne Studierende definieren; in diesem Fall ist den Studierenden eine entsprechende Besttigung auszustellen.


1.10. Prfungsordnung

Beurteilung von Lehrveranstaltungen

(1) Die Beurteilung von Lehrveranstaltungen erfolgt durch Lehrveranstaltungsprfungen.  Alle Lehrveranstaltungen mit Ausnahme jener vom Typ VO (Vorlesung) haben immanenten Prfungscharakter, d.h., sie erfordern eine aktive Teilnahme der Studierenden, die in der Beurteilung entsprechend zu bercksichtigen ist.

(2) Die Art der Prfung und die Festlegung der Prfungsmethode bleiben im Rahmen der von den Satzungen der Technischen Universitt Wien, studienrechtlicher Teil, in der jeweils gltigen Fassung vorgegebenen Richtlinien den LehrveranstaltungsleiterInnen berlassen; sie sind aber jedenfalls vor Beginn der Lehrveranstaltung bekanntzugeben.
  
(3) Der positive Erfolg von Prfungen und Arbeiten ist mit ``sehr gut'' (1), ``gut'' (2), ``befriedigend'' (3) oder ``gengend'' (4), der negative Erfolg mit ``nicht gengend'' (5) zu beurteilen.

(4) Studierende sind berechtigt Prfungen in einer Fremdsprache abzulegen, wenn die Prferin/der Prfer zustimmt.

Abschluss des Bachelorstudiums

(5) Fr den Abschluss des Bachelorstudiums ist die Absolvierung aller im Studienplan vorgesehenen Lehrveranstaltungen mit positivem Erfolg erforderlich. 

(6) Die studienabschlieende Bachelorprfung besteht aus dem Einreichen der Zeugnisse fr die vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen.
 
(7) Im Abschlusszeugnis werden die im Studienplan bei den einzelnen Bachelorstudien angefhrten Prfungsfcher mit ihrem Umfang in ECTS-Punkten und dem Notenmittelwert sowie die Gesamtbeurteilung gem Paragraph 73 Abs. 3 UG 2002 ausgewiesen.  Der Notenmittelwert ergibt sich aus dem nach ECTS-Punkten gewichteten und auf ganze Zahlen gerundeten Mittelwert der Noten aller Lehrveranstaltungen des jeweiligen Faches, wobei bei einem Nachkommateil grer als 0.5 aufgerundet und sonst abgerundet wird.



2. Data Engineering & Statistics

2.1. Prambel

Data Engineering  ist die Disziplin der Erstellung, Aufbereitung, Verarbeitung und Prsentation von Daten aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft unter bestmglichem Computereinsatz.  Statistics  ist die Theorie und Praxis der Erfassung und Analyse von Daten unter Bercksichtigung der unvermeidlichen Unschrfe, die durch zufllige Schwankungen und Fehler verursacht wird.

Data Engineering & Statistics stellt die ideale Kombination der Gebiete Data Engineering, d.h. dem ausgebildeten Umgang mit Daten aller Art, und Statistics, dem Zugang zur praktischen Beobachtung und Messung von Phnomenen unter Bercksichtigung von Unschrfen, dar. In den Analysen knnen durch die statistische Betrachtungsweise Genauigkeitsangaben gemacht werden, die fr die Praxis unabdingbar sind.


2.2.  Qualifikationsprofil der Absolventinnen und Absolventen

Das Ziel des Bachelorstudiums Data Engineering & Statistics ist es, mit Daten aus Technik und Wirtschaft unter verschiedenen Gesichtspunkten in gesicherter und kontrollierter Weise umgehen zu knnen. Der korrekte Zugang zur Behandlung von zuflligen Phnomenen ist dabei wesentlich. Die AbsolventInnen beherrschen die Planung fr die Erhebung, die effiziente Verarbeitung und die statistisch gesicherte Analyse von Daten. Mit dem technischen Know-How moderner Arbeitsmittel sind sie in der Lage, die extrahierte Information zu prsentieren und fr weitere Aufgaben zu verwenden.

Schlsselqualifikationen sind: gezielte und systematische Projektplanung und Erhebung von Daten in Technik und Wirtschaft; Beherrschung der technischen Behandlung von Daten im Umgang mit Datenbanksystemen und verschiedenen Computersystemen; fundierte statistischen Analyse, um Informationen aus vorhandenen Daten abzuleiten; strukturierte Interpretation und Kommunikation der erhaltenen Ergebnisse; Entwicklung von wissenschaftlichen Methoden auf dem Gebiet Data Engineering & Statistics.

Im Bachelorstudium Data Engineering & Statistics werden die grundlegenden, methodenorientierten Fcher Statistik und Mathematik in Verbindung mit Informatik gelehrt. Dies befhigt die AbsolventInnen, vorgegebene Projekte und Aufgaben selbstndig zu lsen.  Das Studium ist sehr anwendungsorientiert und praxisbezogen. Die AbsolventInnen haben Erfahrung nicht nur in der praktischen Datenverarbeitung im universitren Bereich, sondern auch in anderen Branchen, wie zum Beispiel: Banken und Finanzdienstanbieter, Unternehmensberatung, Konsumgterindustrie, Forschungsinstitute in Wirtschaft und Technik, ffentliche Verwaltung.

Der Abschluss des Bachelorstudiums Data Engineering & Statistics soll als Grundlage dafr dienen, nicht nur ein Masterstudium der Informatik oder der Wirtschaftsinformatik, sondern auch ein Masterstudium der Statistik oder der Mathematik aufzusetzen.


2.3. Prfungsfcher

 * Mathematik und Theoretische Informatik

 * Grundzge aus Recht, Gesellschaft und Wirtschaft

 * Grundlagen der Informatik

 * Angewandte Informatik

 * Statistik

 * Angewandte Statistik
Die Lehrveranstaltungen dieses Prfungsfaches sind aus dem folgenden Katalog zu whlen, wobei von den vier Lehrveranstaltungen `Amtliche Statistik', `Statistik in der Finanzwirtschaft', `Technische Statistik' und `Wirtschaftsstatistik' nur drei zu whlen sind.

 * Vertiefungsfach
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind im Ausma von mindestens 9.0 Ects aus dem folgenden Wahllehrveranstaltungskatalog zu whlen. Fr die verbleibenden ECTS-Punkte drfen Lehrveranstaltungen aus den Katalogen der Pflicht- und Wahllehrveranstaltungen der Bachelorstudien aus Technischer Mathematik, Informatik (Medieninformatik, Medizinische Informatik, Software & Information Engineering, Technische Informatik) und Wirtschaftsinformatik gewhlt werden.

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 1.5.


2.4. Semesterempfehlung



3. Medieninformatik

3.1. Prambel

Das Studium Medieninformatik versteht sich als spezielle anwendungsorientierte Informatik, die die Bereiche Design, Computergraphik, Bildverarbeitung und Multimedia -- kurz: die zunehmende Auseinandersetzung mit dem Begriff des Visuellen -- in den Mittelpunkt stellt. Diese Bereiche entwickelten in den letzten Jahren in und auerhalb der Informatik eine starke Dynamik, die die Lehrinhalte beeinflusst und neue Berufsfelder erschliet. Ihre kompetente Bearbeitung verlangt nicht nur eine andere Gewichtung und informatikinterne Ausweitung der traditionellen Studieninhalte, sondern auch die Ergnzung um Themen aus dem Bereich Design.

Im Mittelpunk der Medieninformatik steht der Umgang mit dem Visuellen, vornehmlich mit Bildern, bildhaften Darstellungen und graphischen Symbolen, der in allen Aspekten studiert wird, und zwar unter besonderer Bercksichtigung der Verwendung von Computern. Genau aus diesem Grund auch wird der Studiengang auf Initiative der Informatik vorangetrieben.
  
Multimedia und ihre Anwendungen gelten als ein wichtiger Zukunftsbereich in der Informatik.  Aufgaben wie die Prsentation von Informationen mit unterschiedlichen Medien, die Gestaltung der interaktiven Schnittstellen und die Navigation durch virtuelle Welten stellen derart hohe Qualifikationsansprche an zuknftige MedieninformatikerInnen, dass die Einrichtung eines eigenen Studiums dafr unbedingt notwendig ist.

Hierzu wird als Kern des Studienganges eine solide Grundausbildung in der Informatik angeboten, mit einer Spezialisierung auf visuelle Themen wie Design, Computergraphik, Bildverarbeitung und Mustererkennung. Hier sind Gebiete wie die technische Bildaufnahme, Bildvorverarbeitung, Bildauswertung und automatische Bildinterpretation vertreten, aber auch neben Bildwiedergabe und Bildkommunikation alle Aspekte der Bildsynthese, der virtuellen Realitt und der wissenschaftlichen Visualisierung. 


3.2. Qualifikationsprofil der Absolventinnen und Absolventen

Das Studium soll eine wissenschaftlich geprgte Ausbildung vermitteln, die Theorie, Fachwissen und praktische Kenntnisse von Medientechnik, Computergraphik, der digitalen Bildverarbeitung und Mustererkennung einschliet.  Es soll die Studierenden in die Lage versetzen, Methoden und Werkzeuge aus den oben genannten Gebieten zu verstehen, anzuwenden sowie sich eigenstndig an ihrer Erforschung und Weiterentwicklung zu beteiligen.  Studienziel ist weiters die Vermittlung von Wissen um die kreative Gestaltung der Medien und deren Produktionsprozess.  Dazu gehrt die Befhigung der Auszubildenden, Design-Konzepte im visuell-optischen, akustischen und sensorischen Bereich einzusetzen.  

Ttigkeitsfelder fr die AbsolventInnen sind berall dort zu finden, wo mit dem Computer anspruchsvolle Problemstellungen bearbeitet werden, bei denen Bilder produziert oder analysiert werden.  Bereits heute absehbare Bereiche sind der Medienbereich (Fernsehen, Internet-Dienste, aber auch Printmedien), CAD/CAM-Systeme, Bildverarbeitung, das elektronische Publizieren, Filmproduktionen mit anspruchsvoller Tricktechnik, Multimedia- und Internetanwendungen sowie alle Medienberufe.  Weiters wird der im Entstehen begriffene Bereich der praktisch verwendbaren Virtual-Reality-Systeme (wie etwa neuartige medizinische Visualisierung, oder dreidimensionale immersive Benutzerschnittstellen) voll abgedeckt. Auch fr den Bereich der Entwicklung von konventionellen medizinischen Visualiserungswerkzeugen sind AbsolventInnen des Studienganges bestens ausgebildet. Bereits heute findet die Bildverarbeitung berufliche Anwendungen in weiten Bereichen, etwa die automatische Auswertung mikroskopischer Aufnahmen in Biologie, Medizin, Metallurgie, die Auswertung spezieller Aufnahmetechniken wie Tomographie, Thermographie, Radiologie, Sonographie in der Medizin, Nebel- und Blasenkammerbildfolgen in der Physik, Bildfolgen geostationrer Wettersatelliten in der Wettervorhersage, Luftbilder in Archologie, Geodsie, Topographie und Kartographie, Fingerabdrcke und Portrts in der Kriminologie und Sicherheitstechnik.  Weiter zu nennen sind Einsatzbereiche in der Produktion (Bestckung, Sortierung, berwachung), Qualittskontrolle und Robotersteuerung.  Besonders zukunftstrchtige Anwendungsfelder sind dabei Architektur, Musik, Film und ``Community-Building'' sowie Info- und Edutainment.


3.3. Prfungsfcher

Zustzlich zu den allgemeinen Prfungsfchern sind entweder die Prfungsfcher ``Basisfach Design'' und ``Vertiefungsfach Design'' des Schwerpunkts ``Design'' oder die Prfungsfcher ``Basisfach Computergraphik und Bildverarbeitung'' und ``Vertiefungsfach Computergraphik und Bildverarbeitung''  des Schwerpunkts ``Computergraphik und Bildverarbeitung'' zu absolvieren.


3.3.1. Allgemeine Prfungsfcher

 * Mathematik, Statistik und Theoretische Informatik

 * Informatik und Gesellschaft

 * Medieninformatik

 * Software Entwicklung und Datenmodellierung

 * Technische Informatik

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 1.5.


3.3.2. Schwerpunkt ``Design''

 * Basisfach Design 

 * Vertiefungsfach Design
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind im Ausma von 12.0 Ects aus dem folgenden Wahllehrveranstaltungskatalog zu whlen.


3.3.3. Schwerpunkt ``Computergraphik und Bildverarbeitung''

 * Basisfach Computergraphik und Bildverarbeitung

 * Vertiefungsfach Computergraphik und Bildverarbeitung
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind im Ausma von 9.0 Ects aus dem folgenden Wahllehrveranstaltungskatalog zu whlen.  


3.4. Semesterempfehlung



4. Medizinische Informatik

4.1. Prambel

Die medizinische Informatik befasst sich mit der systematischen Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen in der Medizin und im Gesundheitswesen.  Ihr Ziel ist es, Lsungen fr (konkrete) Probleme der Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen zu erarbeiten und allgemeine Prinzipien der Verarbeitung von Daten, Informationen und Wissen ausgerichtet auf die Medizin und das Gesundheitswesen zu untersuchen.
[ Hasman A., Haux R., Albert A.: A Systematic View on Medical Informatics. Comp. Meth. Pogr. Biomed., No 51, 1996, pp 131-139.]
Die generelle Zielsetzung der medizinischen Informatik ist es, einen Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung und medizinischen Forschung zu leisten. Hierzu verwendet sie geeignete Methoden (z.B. aus der Informatik und der Mathematik), aber auch eigenstndige Methoden und Werkzeuge.  

Sowohl die medizinische Informatik als Fachgebiet als auch die Informatik und die Medizin insgesamt haben sich in den letzten Jahren entscheidend weiterentwickelt. Dies betrifft unter anderem die methodische Weiterentwicklung innerhalb der medizinischen Informatik verbunden mit der Ausprgung von Fcherkanons der medizinischen Informatik, wie sie beispielsweise die ``Deutsche Gesellschaft fr Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie'' (GMDS)
[ Haux R., Dudeck J., Gaus W., Leven FJ., Kunath H., Michaelis J., Pretschner DP., Sonntag H.-G., Thurmayr R., Wolters E.: Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft fr Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) zur Bildung und Ausbildung in Medizinischer Informatik, Biometrie und Informatik in Med. u. Biol., No 22, 1991, pp 180-197. ]
und die ``International Medical Informatics Association'' (IMIA) in ihren Empfehlungen zur Ausbildung in medizinischer Informatik beschrieben haben.  Die Weiterentwicklung des Fachgebiets Medizinische Informatik ist international dadurch geprgt, dass unter medizinischer Informatik nicht mehr primr der Einsatz (anwendungsunabhngiger) informatischer Methoden in der Medizin verstanden wird; es ist vielmehr eine insbesondere auf Methoden und Werkzeugen der Informatik basierende, auf Probleme und Fragestellungen der Medizin und des Gesundheitswesen ausgerichtete, eigenstndige methodische Weiterentwicklung zu beobachten. Verbunden mit der zunehmenden Integration medizinischen Wissens in diese Techniken nimmt der Einsatz von elektronischen Informationssystemen aller Art in der Medizin und im Gesundheitswesen schnell zu. Beispiele sind der Einsatz bildgebender Verfahren fr die Diagnostik und die Therapie und der aktuell rasant wachsende Bereich der Tele-Medizin.  Computer werden immer intensiver zur Untersttzung der Ttigkeiten von rzten, Pflege- und Verwaltungskrften genutzt (Schlagwort: Qualittsmanagement).  Bei Operationsmethoden und bei der Planung sowie Simulation von operativen Eingriffen gewinnen Methoden und Werkzeuge der Informationsverarbeitung (3-D Navigation, virtuelle/augmentierte Realitt) zunehmend an Bedeutung.  Vor allem die Kommunikation innerhalb und zwischen den Einrichtungen des Gesundheitswesens ist zunehmend wichtiger geworden. Im Zuge einer zunehmenden betriebswirtschaftlichen Verantwortlichkeit in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens wchst das Interesse, Daten ber Kosten-/Leistungsstrukturen in weit hherem Mae als bisher verfgbar zu haben. Darber hinaus fordern gesetzliche Bestimmungen, beispielsweise zur Dokumentation von Diagnosen und Therapien, die Zusammenstellung und Weiterleitung von Daten der Versorgungsleistung fr eine Qualittssicherung der medizinischen Versorgung und fr die ausgeprgtere Gesundheitsberichterstattung. So bieten Informationsnetze wie etwa die internationalen und nationalen Gesundheitsdatennetze oder das Internet Mglichkeiten, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren.  


4.2. Qualifikationsprofil der Absolventinnen und Absolventen

Das Studium soll eine wissenschaftlich geprgte Ausbildung vermitteln, die Theorie, Fachwissen und praktische Kenntnisse der medizinischen Informatik einschliet. Es soll die Studierenden in die Lage versetzen, Methoden und Werkzeuge der medizinischen Informatik anzuwenden sowie sich eigenstndig an ihrer Erforschung und Weiterentwicklung zu beteiligen.
  
Im Gesundheitswesen und in der Medizin besteht zur Zeit ein immenser Bedarf an gut ausgebildeten Wissenschaftlern und Fachkrften fr die Betreuung der umfassenden und vielseitigen Datenverarbeitungsaufgaben. Insbesondere fr eine effiziente und verantwortungsvolle Nutzung im Hinblick auf medizinisch orientierte Anwendungen sind entsprechend ausgebildete Fachkrfte auch in Zukunft dringend gefragt. Eine dedizierte universitre Ausbildung in medizinischer Informatik kann auch zuknftig einen wesentlichen Beitrag zu einer positiven Weiterentwicklung der Medizin und des Gesundheitswesens leisten und damit zu einer medizinischen Forschung und einem Gesundheitswesen auf hohem internationalen Niveau beitragen.


4.3. Prfungsfcher

 * Mathematik, Statistik und Theoretische Informatik

 * Informatik und Gesellschaft

 * Grundlagen der Informatik

 * Medizinische Informatik

 * Medizinische Grundlagen

 * Programmierung und Datenmodellierung

 * Software Entwicklung

 * Vertiefungsfach
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind im Ausma von 9.0 Ects aus den Katalogen der Pflicht- und Wahllehrveranstaltungen eines anderen Bachelorstudiums der Studienrichtung Informatik (Data Engineering & Statistics, Medieninformatik, Software & Information Engineering, Technische Informatik) zu whlen.

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 1.5.


4.4. Semesterempfehlung



5. Software & Information Engineering

5.1. Prambel

Das Bachelorstudium Software & Information Engineering besteht aus zwei Schwerpunkten. Der eine, Software Engineering, ist ein in der Informatik seit langem gngiger Begriff. Software Engineering beschftigt sich mit der Entwicklung von Programmpaketen von der Analyse ber das Design bis hin zur Implementierung. Dieser Schwerpunkt wird begleitet von einer soliden Ausbildung in Programmierung (objektorientiert, logikorientiert und funktional) und Algorithmen. Der zweite Schwerpunkt, Information Engineering, beschftigt sich mit der Sammlung, Verarbeitung, Verteilung und Prsentation von Information. Dafr werden Kenntnisse in Datenbanken, Verteilten Systemen (Internet-Applikationen) und in Expertensystemen bentigt, die in diesem Schwerpunkt angeboten werden.


5.2. Qualifikationsprofil der Absolventinnen und Absolventen

AbsolventInnen der Studienrichtung Software & Information Engineering arbeiten vorrangig in Unternehmen, der ffentlichen Verwaltung oder sonstigen Organisationen, deren Geschftsfeld stark auf der Sammlung, Verarbeitung und Prsentation von Informationen durch Computer beruht. Diese InformatikerInnen planen die Infrastruktur, den Einsatz von Informationssystemen und die Eigenentwicklung von Informationssystemen. Sie sind in der Lage, alle Phasen eines groen Softwareprojektes zu leiten, aber gegebenenfalls auch selbst durchzufhren. Wichtige Teilaspekte sind die Analyse und Modellierung von Daten, Wissen und (Geschfts-)Prozessen in den Organisationen, die Projektplanung und Kontrolle sowie Entwurfsprozesse. Weiters haben AbsolventInnen einen detaillierten Einblick in aktuelle Konzepte von Informationssystemen und speziell von verteilten Informationssystemen, die sie in die Lage versetzen, die gnstigste Variante fr eine Organisation auszuwhlen. Eine wichtige Qualifikation sind auch die Fhigkeiten zur Gruppenarbeit und Fhrung von Mitarbeitern.

Weiters werden AbsolventInnen dieses Bachelorstudiums in der Softwareentwicklung eingesetzt. Sie arbeiten in allen Bereichen von Anwendungs- und Systemprogrammierung wie z.B.  Anwendungssoftware, Bankensoftware, technische Software, Systemsoftware, Internetsoftware, Client-Server-Software und Telekommunikationssoftware. Die AbsolventInnen beherrschen alle whrend der Softwareentwicklung auftretenden Arbeitsschritte und arbeiten zum Beispiel als Softwareentwickler, Systemanalytiker, Systemdesigner und Userinterfacedesigner.
  
AbsolventInnen des Bachelorstudiums sind vom Berufsbild her strker in aktuelle kurz- und mittelfristige Projekte eingebunden und entscheiden Fragen der Informationssysteme auf einer operativen Ebene. Sie haben fundierte Kenntnisse ber Algorithmen und Programmierung (objektorientiert, logikorientiert und funktional). Weiters ist die Ausbildung konzentriert auf Analyse, Design und Implementierung von Informationssystemen, wobei die Kenntnisse von datenbankbasierten Softwareprojekten ber Client-Server Applikationen bis zum Einsatz von Expertensystemen reichen.  


5.3. Prfungsfcher

 * Mathematik, Statistik und Theoretische Informatik

 * Informatik und Gesellschaft

 * Programmierung

 * Technische Informatik

 * Software Engineering

 * Information Engineering

 * Vertiefungsfach
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind im Ausma von 10.5 Ects aus dem folgenden Wahllehrveranstaltungskatalog, aus den Pflichtlehrveranstaltungskatalogen eines anderen Bachelorstudiums der Studienrichtung Informatik (Data Engineering & Statistics, Medieninformatik, Medizinische Informatik, Technische Informatik) und aus den Katalogen Basisfach Design (Abschnitt 3.3.2) sowie Basisfach Computergraphik und Bildverarbeitung (Abschnitt 3.3.3) zu whlen.

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 1.5.


5.4. Semesterempfehlung



6. Technische Informatik

6.1. Prambel

Durch die enormen Fortschritte der Mikroelektronik und Informationstechnik ist der Markt der technischen Computeranwendungen enorm gewachsen und wird auch in Zukunft einen expandierenden Arbeitsmarkt fr InformatikerInnen schaffen.  Besonders vielversprechende Wachstumssegmente sind die in verschiedensten Produkten eingebetteten Computersysteme (Embedded Systems), insbesondere: 
    
 * Embedded Systems in der Automation: Automobilelektronik, Unterhaltungselektronik, Haushaltselektronik, Industrieelektronik, Automatisierungstechnik, Medizintechnik.

 * Embedded Systems in der Telekommunikation: Handys, Vermittlungstechnik, Netzwerk-Management, Wireless Networks, Breitband-Kommunikation, digitales Radio und Fernsehen.
  
Die Entwicklung derartiger Embedded Systems erfordert neben Grundlagen der physikalisch/technischen Anwendungen eingehende Spezialkenntnisse in Computer-Hardware (Elektrotechnik, digitale Schaltungen, Rechnerarchitekturen, Signalverarbeitung), Computer-Kommunikation (bertragungstechnik, Netzwerke, Protokolle) und Computer-Software (Systemprogrammierung, verteilte Systeme, fehlertolerante Echtzeitsysteme, Software-Engineering). 

International ist Technische Informatik ein wohleingefhrtes Fachgebiet.  Entsprechende Studiengnge (Computer Engineering) gibt es an fast allen greren auslndischen Universitten. National gesehen kommt der Technischen Universitt Wien auf Grund der betrchtlichen Fachkompetenz im Bereich der technischen Informatik, vor allem innerhalb der Fakultt fr Informatik und in der Fakultt fr Elektrotechnik und Informationstechnik, eine fhrende Position in der sterreichischen Universittslandschaft zu.
  
Der Verteilung der einschlgigen Kompetenz an der Technischen Universitt Wien Rechnung tragend wird sowohl das Bachelor- als auch (insbesondere) das Masterstudium Technische Informatik in Zusammenarbeit mit der Fakultt fr Elektrotechnik und Informationstechnik implementiert. 
 
Im Vergleich mit den an sterreichischen Fachhochschulen (FH) angebotenen, einschlgigen Studiengngen zeichnet sich das Bachelorstudium Technische Informatik (BTI) folgendermaen aus:

 * Das BTI ist wesentlich grundlagenorientierter als ein FH-Studiengang.  Angesichts des Zeithorizonts von mehreren Jahrzehnten bei der Berufsausbung hat dies insgesamt greren Wert als die intime Vertrautheit mit gerade aktuellen Werkzeugen und Techniken.  Durch ein breit gefchertes Basiswissen sind die AbsolventInnen auch flexibler einsetzbar.

 * Das BTI bietet eine optimale Vorbereitung auf ein weiterfhrendes Masterstudium, insbesondere auf das Masterstudium Technische Informatik, erlaubt aber auch -- durch den signifikanten Anteil praxisrelevanter Laborbungen -- einen unmittelbaren Berufseinstieg mit hoher Qualifikation.

 * Die Entscheidung ``Masterstudium vs. Berufseinstieg'' muss nicht am Studienbeginn, sondern erst bei Abschluss des BTI (oder sogar nach einem erfolgten Berufseinstieg) getroffen werden.


6.2. Qualifikationsprofil der Absolventinnen und Absolventen

Das Bachelorstudium Technische Informatik hat das Ziel, hochqualifizierte, selbstndige und sich ihrer Verantwortung bewusste Persnlichkeiten fr gehobene Positionen in der Entwicklung und Produktion, der Vermarktung und dem Management von technischen Computersystemen -- insbesondere Embedded Systems -- auszubilden.  Das grundlagenorientierte und auf breites Basiswissen ausgerichtete Studium stellt sicher, dass die AbsolventInnen vielseitig einsetzbar und fhig sind, mit der raschen Weiterentwicklung Schritt zu halten, ihre Leistung somit whrend der gesamten Zeit der Berufsausbung erbringen knnen. Auf der anderen Seite wird ausreichend viel Praxiswissen vermittelt, um den AbsolventInnen den unmittelbaren Berufseinstieg zu ermglichen. 


6.3. Prfungsfcher

 * Mathematik, Statistik und Theoretische Informatik

 * Informatik und Gesellschaft

 * Modellierung und Programmierung

 * Grundlagen der Technischen Informatik

 * Fehlertolerante verteilte Echtzeitsysteme

 * Embedded Systeme

 * Vertiefungsfach
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind im Ausma von 7.5 Ects aus dem folgenden Wahllehrveranstaltungskatalog zu whlen.

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 1.5.


6.4. Semesterempfehlung



Teil II. Masterstudien



7. Allgemeine Regelungen

7.1. Studien und akademischer Grad

(1) An der Technischen Universitt Wien sind acht ingenieurwissenschaftliche Masterstudien im Bereich der Informatik eingerichtet: Computational Intelligence, Computergraphik & Digitale Bildverarbeitung, Information & Knowledge Management, Medieninformatik, Medizinische Informatik, Software Engineering & Internet Computing, Technische Informatik sowie Wirtschaftsingenieurwesen Informatik.  Die Regelstudiendauer dieser Studien betrgt 4 Semester.

(2) Der Absolventin/Dem Absolventen eines Masterstudiums wird der akademische Grad ``Diplom-Ingenieurin''/``Diplom-Ingenieur'', abgekrzt ``Dipl.-Ing.'' oder ``DI'', verliehen (englische bersetzung: ``Master of Science'', abgekrzt ``MSc'').


7.2. ECTS-Punkte und Semesterstunden

Als Ma fr den Umfang von Lehrveranstaltungen und Prfungsfchern werden ECTS-Punkte (Ects) und Semesterstunden (Sst) verwendet.  Ist nur eine Zahl angegeben, handelt es sich um ECTS-Punkte; bei zwei Zahlen gibt die erste die ECTS-Punkte und die zweite die Semesterstunden an.
  
ECTS steht fr European Credit Transfer System. Die ECTS-Punkte geben den durchschnittlichen Gesamtaufwand fr Studierende an, wobei ein ECTS-Punkt 25 Arbeitsstunden entspricht.  Der Aufwand fr ein Studienjahr betrgt 60.0 Ects, fr ein Masterstudium einschlielich Masterarbeit (Diplomarbeit) 120.0 Ects.  Ab dieser Studienplanversion werden zur Festlegung des Umfangs der von den Studierenden zu erbringenden Leistungen ausschlielich ECTS-Punkte verwendet.

Semesterstunden sind ein Ma fr die Beauftragung der Lehrenden.  Bei Vorlesungen entspricht eine Semesterstunde einer Vorlesungseinheit von 45 Minuten je Woche eines Semesters.  Sofern nicht anders angegeben entspricht eine Semesterstunde 1.5 Ects.


7.3. Prfungsfcher

(1) Die Lehrveranstaltungen der Masterstudien gliedern sich in die drei Prfungsfcher Basisfach (bzw. Pflichtfach), Vertiefungsfach (bzw. Wahlfach) sowie Freie Wahlfcher und Soft Skills.  

(2) Fr die Wahl der Lehrveranstaltungen in die Prfungsfcher gilt, dass eine Lehrveranstaltung nicht fr das entsprechende Fach gewhlt werden kann, wenn quivalente Lehrveranstaltungen bereits zur Erreichung jenes Studienabschlusses notwendig waren, auf dem das Masterstudium aufbaut.  An ihrer Stelle sind beliebige noch nicht gewhlte Lehrveranstaltungen aus den Wahlfachkatalogen des Masterstudiums im selben Ects-Ausma zu absolvieren.

(3) Eine Lehrveranstaltung aus dem Katalog der Pflichtfcher ist nur dann zu absolvieren, wenn nicht schon quivalente Lehrveranstaltungen in dem der Zulassung zum Masterstudium zu Grunde liegenden Studium absolviert wurden. Andernfalls sind an ihrer Stelle beliebige noch nicht gewhlte Lehrveranstaltungen aus den Wahlfachkatalogen des Masterstudiums im selben Ects-Ausma zu absolvieren.

(4) Umgekehrt sind Lehrveranstaltungen, die bereits vor Beginn des Masterstudiums absolviert wurden, aber nicht zur Erreichung jenes Studienabschlusses notwendig waren, auf dem das Masterstudium aufbaut, gem Paragraph 78 UG 2002 fr Lehrveranstaltungen des Masterstudiums anzuerkennen, sofern sie diesen bezglich Inhalt, Umfang und Lehrveranstaltungstyp entsprechen. Die Entscheidung ber die quivalenz obliegt dem studienrechtlichen Organ.

(5) Beruht die Zulassung zum Masterstudium auf einem Studium, dessen Aufwand mehr als 180.0 Ects betrgt, so kann das studienrechtliche Organ auf Antrag der/des Studierenden einen individuellen Katalog von Lehrveranstaltungen aus den Prfungsfchern festlegen, welche aus dem fr die Zulassung zum Masterstudium zu Grunde liegenden Studium als quivalent anerkannt werden, ohne dass dafr andere Lehrveranstaltungen gewhlt werden mssen. Das Ausma dieses individuellen Katalogs darf das Ausma an ECTS-Punkten, mit denen der Aufwand des fr die Zulassung zum Masterstudium zu Grunde liegenden Studiums ber 180.0 Ects liegt, nicht berschreiten.


7.4. Freie Wahlfcher und Soft Skills

In jedem Masterstudium sind freie Wahlfcher und Soft Skills im Umfang von 9.0 Ects zu absolvieren. Davon sind mindestens 4.5 Ects aus dem von der Technischen Universitt Wien verlautbarten Auswahlkatalog der ``Soft Skills'' oder aus dem Katalog Soft Skills & Gender Studies (Abschnitt 1.4) zu whlen; dieser Betrag erniedrigt sich um die Anzahl jener ECTS-Punkte, die bereits im Rahmen der anderen Prfungsfcher aus den beiden Soft Skills-Katalogen gewhlt werden.  Die brigen Lehrveranstaltungen dieses Prfungsfaches knnen frei aus dem Angebot an wissenschaftlichen/knstlerischen Lehrveranstaltungen aller anerkannten in- und auslndischen Universitten gewhlt werden.


7.5. Masterarbeit (Diplomarbeit)

(1) Die Masterarbeit wird im Folgenden auch Diplomarbeit genannt.

(2) Im Rahmen des Masterstudiums ist eine Diplomarbeit im Umfang von 30.0 Ects zu verfassen.

(3) Das Thema der Diplomarbeit ist einem der Prfungsfcher Basis-/Pflichtfach oder Vertiefungs-/Wahlfach auf Vorschlag der/des Studierenden oder der Betreuerin/des Betreuers zu entnehmen.  Die Aufgabenstellung ist so zu whlen, dass fr eine Studentin/einen Studenten die Bearbeitung innerhalb von sechs Monaten mglich und zumutbar ist.

(4) Die Diplomarbeit ist in deutscher oder englischer Sprache abzufassen; die Wahl der Sprache liegt bei der/dem Studierenden.

(5) Das `Seminar fr DiplomandInnen' ist im Zuge des Verfassens der Diplomarbeit zu absolvieren. Im Rahmen des Seminars sind Prsentationsunterlagen ber die Ergebnisse der Diplomarbeit anzufertigen und der Technischen Universitt Wien zur nicht ausschlielichen Verwendung zur Verfgung zu stellen.


7.6. Voraussetzungen fr die Absolvierung von Lehrveranstaltungen

(1) Lehrveranstaltungsleiterinnen und -leiter von Lehrveranstaltungen, die in den Studien der Studienrichtung Informatik nur als Lehrveranstaltungen in Basis-/Pflichtfchern oder Vertiefungs-/Wahlfchern in Masterstudien aufscheinen, sind berechtigt, bei den Studierenden die Kenntnisse und Fertigkeiten vorauszusetzen, die in einem einschlgigen Bachelorstudium vermittelt werden.

(2) berdies sind sie berechtigt, bei der Anmeldung zu einer Vorlesungsprfung sowie bei der Anmeldung zu einer Lehrveranstaltung mit immanentem Prfungscharakter die Zulassung zum Masterstudium zu verlangen.


7.7. Studienplanentsprechung von Lehrveranstaltungen

(1) Eine an der Technischen Universitt Wien absolvierte Lehrveranstaltung entspricht einer Lehrveranstaltung des Studienplans und bedarf keiner formalen Anerkennung,

 * wenn ihr Titel -- abgesehen vom optionalen Zusatz ``fr Informatik'' zur Unterscheidung von gleichartigen Lehrveranstaltungen anderer Studienrichtungen -- mit dem Titel der Lehrveranstaltung des Studienplans bereinstimmt,

 * wenn ihr Typ mit dem Typ der Lehrveranstaltung des Studienplans bereinstimmt, wobei die Typen VO, VD, VU und VL bzw. die Typen UE, RU und LU bzw. die Typen PS und SE fr diese Regelung als identisch gelten,

 * und wenn ihr Umfang mindestens den im Studienplan vorgesehenen ECTS-Punkten entspricht.

(2) Lehrveranstaltungen, die derselben Lehrveranstaltung des Studienplans entsprechen, gelten als quivalent und knnen nicht gleichzeitig innerhalb eines Studiums gewhlt werden.


7.8. Lehrveranstaltungssprache

Die Lehrveranstaltungen knnen auch in englischer Sprache angeboten werden.


7.9. Erweiterung der Lehrveranstaltungskataloge

(1) Die Studienkommission kann per Verordnung die Wahlfachkataloge der Studien um aktuell angebotene Lehrveranstaltungen erweitern sowie Lehrveranstaltungen definieren, die zu Pflicht- und Wahllehrveranstaltungen des Studienplans quivalent sind.  Diese Ergnzungen und quivalenzen sind vor Beginn des Semesters (1. Oktober bzw. 1. Mrz) im Mitteilungsblatt der Technischen Universitt Wien zu verlautbaren und gelten, soweit nicht anders angegeben, nur fr die im auf die Verlautbarung folgenden Semester abgehaltenen Lehrveranstaltungen.

(2) In begrndeten Ausnahmefllen kann das studienrechtliche Organ derartige Ergnzungen und quivalenzen auch fr einzelne Studierende definieren; in diesem Fall ist den Studierenden eine entsprechende Besttigung auszustellen.


7.10. Prfungsordnung

Beurteilung von Lehrveranstaltungen

(1) Die Beurteilung von Lehrveranstaltungen erfolgt durch Lehrveranstaltungsprfungen.  Alle Lehrveranstaltungen mit Ausnahme jener vom Typ VO (Vorlesung) haben immanenten Prfungscharakter, d.h., sie erfordern eine aktive Teilnahme der Studierenden, die in der Beurteilung entsprechend zu bercksichtigen ist.

(2) Die Art der Prfung und die Festlegung der Prfungsmethode bleiben im Rahmen der von den Satzungen der Technischen Universitt Wien, studienrechtlicher Teil, in der jeweils gltigen Fassung vorgegebenen Richtlinien den Lehrveranstaltungsleiter(inn)en berlassen; sie sind aber jedenfalls vor Beginn der Lehrveranstaltung bekanntzugeben.

(3) Der positive Erfolg von Prfungen und Arbeiten ist mit ``sehr gut'' (1), ``gut'' (2), ``befriedigend'' (3) oder ``gengend'' (4), der negative Erfolg mit ``nicht gengend'' (5) zu beurteilen.

(4) Studierende sind berechtigt Prfungen in einer Fremdsprache abzulegen, wenn die Prferin/der Prfer zustimmt.

Abschluss des Masterstudiums

(5) Fr den Abschluss des Masterstudiums ist die positive Absolvierung aller im Studienplan vorgesehenen Lehrveranstaltungen sowie die positive Beurteilung der Diplomarbeit erforderlich.

(6) Die studienabschlieende Masterprfung besteht aus dem Einreichen der Zeugnisse fr die vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen und der Beurteilung der Diplomarbeit.

(7) Im Abschlusszeugnis werden die in Abschnitt 7.3 beschriebenen drei Prfungsfcher mit ihrem Umfang in ECTS-Punkten und dem Notenmittelwert, die Beurteilung der Diplomarbeit sowie die Gesamtbeurteilung gem Paragraph 73 Abs. 3 UG 2002 ausgewiesen, wobei sich letztere aus den Noten der drei Prfungsfcher und der Note der Diplomarbeit ergibt.  Der Notenmittelwert eines Prfungsfaches ergibt sich aus dem nach ECTS-Punkten gewichteten und auf ganze Zahlen gerundeten Mittelwert der Noten aller Lehrveranstaltungen des jeweiligen Faches, wobei bei einem Nachkommateil grer als 0.5 aufgerundet und sonst abgerundet wird.



8. Computational Intelligence

8.1. Prambel

Das Gebiet der Computational Intelligence im engeren Sinn befasst sich mit den Grundlagen, dem Aufbau und dem Design von intelligenten Agenten. Ein intelligenter Agent ist ein System, das auf seine Umgebung vernnftig, flexibel und zielgerichtet reagiert, das aus Erfahrung lernt und das im Rahmen seiner beschrnkten Wahrnehmungsmglichkeiten und Rechenkapazitten Entscheidungen treffen kann.  Das Ziel der Arbeiten in diesem Gebiet ist es, einerseits die Prinzipien zu verstehen, die intelligentes Verhalten ermglichen, andererseits Methoden zu entwickeln, die zur Konstruktion von intelligenten Agenten fhren. Die zugrunde liegende Hypothese dabei ist, dass intelligentes Schlieen letztlich nichts anderes als eine Art von Berechnung (Computation) ist.

Grundstzlich werden zwei Anstze verfolgt. Der eine geht vom biologischen Vorbild des Menschen aus und versucht, die Vorgnge im Gehirn und in den Sinnesorganen zu analysieren und nachzuempfinden, oder auch die Mechanismen der Evolution auf den Computer zu bertragen. Dies fhrte zu neuen Techniken wie neuronalen Netzen oder evolutionren Algorithmen.  Der zweite Ansatz nimmt sich das Denken des Menschen zum Vorbild und versucht, es mit Hilfe der symbolischen Logik oder anderer formaler Methoden zu modellieren und auf den Computer zu bertragen.  Dabei wird intelligentes Verhalten wie Spracherkennung, Schachspiel oder das automatisierte Beweisen von mathematischen Theoremen mit Verfahren erreicht, die kaum biologische Entsprechungen besitzen.  Die beiden Anstze sind komplementr und ergnzen einander beim Entwurf intelligenter Systeme.  Die Ergebnisse der Forschung werden mittlerweile erfolgreich in innovative Produkte umgesetzt, die etwa der Analyse und Generierung natrlicher Sprache oder der formalen Verifikation von Hard- und Software dienen.

Das Masterstudium der Computational Intelligence vermittelt die Grundlagen und Anwendungen beider Anstze.  Darber hinaus enthlt es Kernelemente der klassischen theoretischen Informatik wie die Algorithmik, die sich mit effizienten und computergerechten Berechnungsverfahren befasst.  Das vorliegende Masterstudium entspricht inhaltlich dem Forschungsschwerpunkt Computational Intelligence, der im Entwicklungsplan des Fachbereichs Informatik der Technischen Universitt Wien verankert ist.


8.2. Qualifikationsprofil der AbsolventInnen

AbsolventInnen des Masterstudiums Computational Intelligence beherrschen die mathematischen und theoretischen Grundlagen der Informatik und verfgen ber umfassende Kenntnisse aus Algorithmik und Artificial Intelligence.  Dadurch sind sie befhigt, in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen komplexe Aufgabenstellungen zu analysieren und zu modellieren, innovative Problemlsungen und Verfahren zu entwerfen sowie Methoden einzusetzen, die ein hohes Ma an formalem und mathematischem Vorwissen bentigen, wie beispielsweise Formale Hard- und Softwareverifikation, Kryptographische Anwendungen, Optimierungsprobleme (etwa Verschnittprobleme), Entwicklung von Werkzeugen zur Projektierung technischer Anlagen, oder der Entwurf von adaptiven, lernenden Systemen.  Darber hinaus besitzen die AbsolventInnen gute Voraussetzungen fr eine wissenschaftlich-akademische Karriere.


8.3. Studienvoraussetzungen

Das Masterstudium Computational Intelligence ist nicht nur fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Informatik, sondern auch fr AbsolventInnen eines Lehramtsstudiums der Informatik oder der Mathematik bzw.  eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Mathematik oder Wirtschaftsinformatik geeignet.  


8.4. Prfungsfcher und Diplomarbeit

 * Basisfach
Die Lehrveranstaltungen des Basisfachs sind im Umfang von 33.0 Ects aus den Basislehrveranstaltungen zu whlen, wobei das `Seminar fr DiplomandInnen' und die Lehrveranstaltung `Formale Methoden der Informatik' verpflichtend sind.

 * Vertiefungsfach
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind im Umfang von 48.0 Ects aus den nicht im Basisfach gewhlten Basislehrveranstaltungen und aus den Wahllehrveranstaltungen zu whlen.  

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 7.4.

 * Diplomarbeit
Siehe Abschnitt 7.5.


8.5. Lehrveranstaltungskatalog

 * Basislehrveranstaltungen

 * Wahllehrveranstaltungen
Auf Vorschlag der/des Studierenden kann das fr die Informatikstudien zustndige studienrechtliche Organ weitere inhaltlich geeignete Lehrveranstaltungen als Wahllehrveranstaltungen fr diese/diesen Studierenden zulassen; in diesem Fall ist der/dem Studierenden eine entsprechende Besttigung auszustellen.



9. Computergraphik & Digitale Bildverarbeitung

9.1. Prambel

Das Masterstudium Computergraphik & Digitale Bildverarbeitung versteht sich als spezielle anwendungsorientierte Informatik, die die Bereiche Bildverarbeitung, graphische Benutzeroberflchen im weiteren Sinn, (photo-)realistische Bildsynthese und Animation, automatische Bildanalyse und Interpretation -- kurz: die zunehmende Auseinandersetzung mit dem Begriff des ``Visuellen'' -- in den Mittelpunkt stellt. Diese Bereiche entwickelten in den letzten Jahren in und auerhalb der Informatik eine starke Dynamik, die Lehrinhalte beeinflusst und neue Berufsfelder erschliet.

Im Mittelpunkt des Studiums stehen das Bild in allen seinen Ausprgungen und graphische Formen der Informationswiedergabe. Das Studium bereitet Studierende fr jene Berufe vor, bei denen der systematische Umgang mit Bildern im Zusammenhang mit Computern eine entscheidende Rolle spielt, sei es bei ihrer Erzeugung oder bei ihrer Interpretation. Diese eng verknpften, aber gleichzeitig fundamental unterschiedlichen Themen nehmen bei benutzernahen Anwendungen der Informatik und bei den neuen Medien, insbesondere Multimedia, einen wichtigen Platz ein.  Das Masterstudium bildet die Grundlage fr ein eventuell folgendes Doktoratsstudium der technischen Wissenschaften und bereitet auf das Verfassen einer Dissertation vor.  


9.2. Qualifikationsprofil der AbsolventInnen

AbsolventInnen des Masterstudiums Computergraphik & Digitale Bildverarbeitung beherrschen die mathematischen und methodischen Grundlagen der Computergraphik, Bildverarbeitung und Mustererkennung. Dadurch sind sie befhigt, in Forschung und Entwicklung komplexe Aufgabenstellungen zu analysieren und zu modellieren sowie innovative Problemlsungen und Methoden zu entwickeln. Ttigkeitsfelder fr die AbsolventInnen sind berall dort zu finden, wo mit dem Computer anspruchsvolle Problemstellungen bearbeitet werden, bei denen Bilder produziert oder analysiert werden.  Bereits heute absehbare Bereiche sind der Medienbereich (Fernsehen, Internet-Dienste, aber auch Printmedien), CAD/CAM-Systeme, Bildverarbeitung, das elektronische Publizieren, Filmproduktionen mit anspruchsvoller Tricktechnik, Multimedia- und Internetanwendungen sowie alle Medienberufe.  Weiters wird der im Enstehen begriffene Bereich der praktisch verwendbaren Virtual-Reality-Systeme (wie etwa neuartige medizinische Visualisierung, oder dreidimensionale immersive Benutzerschnittstellen) voll abgedeckt. Auch fr den Bereich der Entwicklung von konventionellen medizinischen Visualiserungswerkzeugen sind AbsolventInnen des Studienganges bestens ausgebildet.  

Die Einsatzbereiche fr die Bildverarbeitung sind nicht abschtzbar. Bereits heute findet die Bildverarbeitung berufliche Anwendungen in weiten Bereichen. Etwa die automatische Auswertung mikroskopischer Aufnahmen in Biologie, Medizin und Metallurgie, die Auswertung spezieller Aufnahmetechniken wie Tomographie, Thermographie, Radiologie und Sonographie in der Medizin, Nebel- und Blasenkammerbildfolgen in der Physik, Bildfolgen geostationrer Wettersatelitten in der Wettervorhersage, Luftbilder in der Archologie, Geodsie, Topographie und Kartographie, Fingerabdrcke und Portrts in der Kriminologie und Sicherheitstechnik. Weiter zu nennen sind Einsatzbereiche in der Produktion (Bestckung, Sortierung, berwachung), Qualittskontrolle (Fehlererkennung) und Robotersteuerung. Mit zunehmenden Einsatzmglichkeiten der Bildverarbeitung in low-cost Rechnern des PC-Marktes werden sich diese und weitere Anwendungsfelder auch fr den mittelstndischen Bereich in naher Zukunft ffnen.

Die Ausbildung garantiert einen Einsatz in unterschiedlichen Bereichen wie Entwicklung, Produktion, Management, Forschung und Lehre.


9.3. Studienvoraussetzungen

Das Masterstudium Computergraphik & Digitale Bildverarbeitung ist nicht nur fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Informatik, sondern auch fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Elektrotechnik, Geowissenschaften  (Vermessung und Geoinformation), Mathematik, Physik oder Wirtschaftsinformatik geeignet.  Als Voraussetzung werden Grundkenntnisse der Computergraphik (im Ausma der Lehrveranstaltung `Computergraphik 1') und der Bildverarbeitung (im Ausma der Lehrveranstaltung `Grundlagen der digitalen Bildverarbeitung') erwartet, sowie fortgeschrittene Erfahrung im Programmieren.


9.4. Prfungsfcher und Diplomarbeit

 * Basisfach
Es sind die Lehrveranstaltungen des Bereichs `Grundlagen' zu absolvieren, wobei nur eines der beiden Seminare `Forschungsseminar aus Computergraphik und digitale Bildverarbeitung' bzw. `Scientific Presentation and Communications' zu whlen ist.

 * Vertiefungsfach
Aus einem der beiden Bereiche Computergraphik und Digitale Bildverarbeitung sind alle Basislehrveranstaltungen zu absolvieren (12.0 Ects) sowie mindestens 12.0 Ects aus den Wahllehrveranstaltungen dieses Bereiches. Die restlichen 15.0 Ects sind beliebig aus den verbleibenden Lehrveranstaltungen dieses Studiums zu whlen.

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 7.4.

 * Diplomarbeit
Siehe Abschnitt 7.5.


9.5 Lehrveranstaltungskatalog



10. Information & Knowledge Management

10.1. Prambel

Information und Wissen wird heute allgemein als vierter Produktionsfaktor fr Unternehmen und Volkswirtschaften bezeichnet. Unternehmen stehen vor dem Problem, immer grere Mengen von Wissen zu sammeln, zu verarbeiten, zu verteilen und zu archivieren. Mittels Internet und anderer Medien kann weltweit auf immer grere Informationsbestnde zugegriffen werden. Dieses Wissen muss klassifiziert und gefiltert werden, um es fr die speziellen Bedrfnisse eines Unternehmens anzupassen. Unternehmen werden flacher strukturiert und erfordern damit eine flexible Verteilung des bentigten Wissens an alle Mitarbeiter.  Unternehmen schlieen sich zu virtuellen Unternehmungen zusammen und mssen auch hier wieder einen effizienten und flexiblen Austausch von Informationen erzielen. Aus Grnden der Produkthaftung und des langfristigen Wissenserhaltes mssen Daten und Wissen archiviert und migriert werden.
  
Das Masterstudium Information & Knowledge Management stellt eine Vertiefung des Bachelorstudiums Software & Information Engineering dar und adressiert die genannten Probleme in wissensbasierten Organisationen. Neben einer Vertiefung des Software Engineerings werden im Masterstudium insbesondere die Modellierung und Verarbeitung von Wissen behandelt und spezielle Anwendungen in Unternehmen betrachtet. Durch die neuen Mglichkeiten der Informationstechnologie ergeben sich fr Unternehmen neue Potenziale zur Restrukturierung ihrer Ablufe. Auch diese Restrukturierung ist Thema des Studiums.


10.2. Qualifikationsprofil der AbsolventInnen

AbsolventInnen des Masterstudiums Information & Knowledge Management arbeiten vorrangig in Unternehmen, aber auch in der ffentlichen Verwaltung oder sonstigen Organisationen, deren Geschftsfeld stark auf der Sammlung, Verarbeitung, Verteilung und Prsentation von Informationen durch Computer beruht. Diese InformatikerInnen analysieren den Bedarf an Wissen und wissensverarbeitenden Systemen, sie planen die bentigte Infrastruktur, den Einsatz und die Adaptierung von Informationssystemen und die Eigenentwicklung von Informationssystemen. Sie sind in der Lage, alle Phasen eines groen Softwareprojektes zu leiten, aber gegebenenfalls auch selbst durchzufhren.  Wichtige Teilaspekte sind die Analyse und Modellierung von Daten, Wissen und (Geschfts-)Prozessen in den Organisationen, die Projektplanung und Kontrolle sowie Entwurfsprozesse. Weiters haben AbsolventInnen einen detaillierten Einblick in aktuelle Konzepte von Informationssystemen und speziell von verteilten Informationssystemen und Internettechnologien, die sie in die Lage versetzen, die gnstigste Variante fr eine Organisation auszuwhlen. Eine wichtige Qualifikation sind auch die Fhigkeiten zur Gruppenarbeit und Fhrung von MitarbeiterInnen.

AbsolventInnen sind in langfristige, teilweise forschungsorientierte Projekte involviert, da sie einen guten berblick ber Tendenzen und zuknftige Mglichkeiten der Informationstechnologien besitzen. Sie treffen insbesondere taktische und strategische Entscheidungen in Organisationen.  


10.3. Studienvoraussetzungen

Das Masterstudium Information & Knowledge Management ist nicht nur fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Informatik, sondern auch fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Wirtschaftsinformatik geeignet.


10.4. Prfungsfcher und Diplomarbeit

 * Basisfach
Die Lehrveranstaltungen des Basisfachs sind im Umfang von 54.0 Ects aus den Basislehrveranstaltungen zu whlen, wobei die Allgemeinen Basislehrveranstaltungen verpflichtend sind.

 * Vertiefungsfach
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind im Umfang von 27.0 Ects aus den nicht im Basisfach gewhlten Basislehrveranstaltungen und aus den Wahllehrveranstaltungen zu whlen.  

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 7.4.

 * Diplomarbeit
Siehe Abschnitt 7.5.


10.5. Lehrveranstaltungskatalog



11. Medieninformatik

11.1. Prambel

Das Zusammenwachsen von Telekommunikation, Informationstechnologie, Medien und Unterhaltungsindustrie ffnet neue Chancen und Mglichkeiten, konfrontiert unsere Gesellschaft aber auch mit neuen Herausforderungen.  In diesem Umbruch unterliegt insbesondere die Medienindustrie einem sich immer rascher vollziehenden Technologiewandel. Der massive Einsatz moderner Informationstechnologie fhrt einerseits zu einer radikalen Vernderung von Produktionsprozessen und andererseits zu einer Zunahme der Medienintegration, die eine neue Qualitt in der Informationsproduktion, -verarbeitung, -bermittlung und -sthetik erzeugt.

Medien und Kommunikation zhlen zu den Wachstumsmrkten von heute und morgen, gnzlich neue Berufsfelder sind entstanden oder im Entstehen begriffen.  Die Vielfalt der neuen technischen Mglichkeiten bedingt groe Anforderungen an die berufliche Kompetenz von Medienfachleuten. Medienfachleute, die in den unterschiedlichsten Bereichen Medienprojekte und -produkte konzipieren und realisieren, mssen diesen stndig wachsenden Anforderungen gerecht werden knnen: Kreativitt, Designkenntnisse, Flexibilitt, marktwirtschaftliches Denken, technisches Know-How und fundierte Kenntnisse der Informationstechnologie sind Voraussetzung.
  
AbsolventInnen des Studiums Medieninformatik werden in der Lage sein, auf der Basis eines fundierten Universittsstudiums innovative Berufsfelder in vielen Anwendungsbereichen zu besetzen. Beispiele fr Anwendungsbereiche sind: 

 * neue produktivittssteigernde Dienste fr Wirtschaft, Industrie und Verwaltung (neue Telekonferenzsysteme, moderne Formen der Telekooperation und Telearbeit),

 * Anwendungen, die die Bewltigung der Revolutionen in verschiedenen Wirtschaftszweigen erlauben (Digitalisierung; insbesondere der Fernseh-, Werbe- und Unterhaltungsindustrie; Livesendungen ber Intra- und Internet; interaktives Fernsehen),

 * neue Visualisierungstechniken in Wissenschaft, Wirtschaft, Medizin (interaktive 3D Visualisierung in Echtzeit),

 * Untersttzung bei der Revolutionierung der Wissensvermittlung (Computer Assisted Learning, Computer Based Training, Distance Learning),

 * Verbesserung des Informationszugangs (digitale Bibliotheken), 

 * Bewahrung des kulturellen Erbes (digitale Museen, Ausstellungen und Sammlungen), 

 * Vorbereitung und Untersttzung des Ausbaus der mobilen Kommunikation durch die Bereitstellung von Diensten und Inhalten (z.B. Internet),

 * Werbung und audiovisuelle Produktion.

Das Studium Medieninformatik integriert praktische Kenntnisse und angewandte Forschung und ruht auf vier Ausbildungssulen: Medientechnik, Mediendesign, Informatik und einem Anwendungsfeld. Medientechnik umfasst die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten im Umgang mit Aufnahme-, Bearbeitungs- und Prsentationssystemen fr Audio, Video, Animation und interaktive Medien.  Mediendesign vermittelt Kenntnisse der Medientheorie, der Mediengestaltung, der betriebswirtschaftlichen und produktionstechnischen Aspekte und Mediendidaktik.  Informatik umfasst technisch-mathematische Grundlagen der Informatik, Softwaretechnik, Computergraphik, multimediale Systeme und Kommunikation, insbesondere Mensch/Maschine-Kommunikation und -Schnittstellen. Zustzlich knnen Lehrveranstaltungen aus einem der Anwendungsfelder Architektur, Experimentelle Mediengestaltung sowie Kommunikations- und Partizipationsdesign gewhlt werden.


11.2. Qualifikationsprofil der AbsolventInnen

Mit der zunehmenden Entwicklung und Verbreitung audiovisueller Medien werden an die beteiligten Berufsgruppen neue Anforderungen gestellt.  InformatikerInnen mssen nunmehr einen hheren Anteil an gestalterischer Leistungen tragen. Diese reichen von der klassischen Softwareentwicklung ber die Verknpfung und Gestaltung unterschiedlicher Medien bis hin zur audiovisuellen Gestaltung in den Bereichen Werbung und ffentlichkeitsarbeit.  Die berschneidung der Informatik mit Berufen der Medienproduktion (Druck, Film, Fernsehen, Graphikdesign und vieler anderer) gilt als Schwerpunkt der Ttigkeit von MedieninformatikerInnen.  

Neben der technische Ausrichtung spielt deshalb die gestalterische Komponente in der Studienrichtung Medieninformatik eine besondere Rolle. Gem der Bauhaus-Maxime mssen Funktionalitt und sthetik, Inhalt und Form in Multimediaprodukten und Multimediasystemen aufeinander bezogen sein und eine harmonische Einheit bilden.
  
Das Studium kann und soll angesichts der vielfltigen Mglichkeiten auch einen Einblick in eher fremde Arbeitsgebiete gewhren.  Ziel ist es dabei, die Basis der Kommunikation technisch orientierter Bereiche mit knstlerisch-publizistischen Bereichen wie beispielsweise der Kunst und der Architektur zu entwickeln.  Die intensive Beschftigung mit einem Anwendungsfeld soll den Studierenden Theorien, Methoden und Arbeitspraxis in diesem Bereich erschlieen und es ihnen ermglichen, in Kooperation mit PraktikerInnen praktisch relevante, sthetisch anspruchsvolle und technisch innovative Produkte zu entwickeln.


11.3. Studienvoraussetzungen

Das Masterstudium Medieninformatik ist nicht nur fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Informatik, sondern auch fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Mathematik oder Wirtschaftsinformatik geeignet.


11.4. Prfungsfcher und Diplomarbeit

 * Basisfach
Es sind die Lehrveranstaltungen des Bereichs `Grundlagen' zu absolvieren.

 * Vertiefungsfach
Es sind Lehrveranstaltungen im Umfang von 13.5 Ects aus dem Bereich `Vertiefungsfcher' und im Umfang von 12.0 Ects aus dem Bereich `Theorie- & Praxisfelder' zu whlen.

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 7.4.

 * Diplomarbeit
Siehe Abschnitt 7.5.


11.5. Lehrveranstaltungskatalog



12. Medizinische Informatik

12.1. Prambel

Aufbauend auf den Grundlagen im Bachelorstudium Medizinische Informatik bietet das Masterstudium die vertiefte Weiterbildung in medizinischer Informatik und den Abschluss der Studien mit einer umfassenden Diplomarbeit aus einem der vier Schwerpunktsgebiete -- Klinische Medizin und Biomedizinische Technik, Biosignalverarbeitung und Computersimulation, Informationsverarbeitung sowie Management -- nach individueller Neigung und Fhigkeiten.

Dieses Studium fhrt nicht nur in die wissenschaftlichen Methoden der medizinischen Informatik ein, sondern ermglicht auch eine individuelle Spezialisierung in einem der Schwerpunktsgebiete der medizinischen Informatik. Besonders wertvoll ist die Kombination von zwei grundlegenden Wissenschaftsgebieten. Interdisziplinre Ausbildung wird in Zukunft immer gefragter, da in diesen Studien auf die Lsung komplex verknpfter Probleme von zwei oder mehr Wissenschaftsgebieten vorbereitet wird. Ein spteres Umlernen der wissenschaftlichen Methode ist nicht notwendig und verkrzt somit die Ausbildungszeit erheblich. Studierende erkennen nicht nur die Problematik der medizinischen Forschung und Praxis im Bereich der Informatik, sondern lernen auch die Methoden, diese mglichst gut zu lsen. Die vier Sulen, in die das Masterstudium strukturiert ist, decken das gesamte Spektrum der medizinischen Informatik ab und gliedern sich in Basis- und Wahllehrveranstaltungen.  Die Basislehrveranstaltungen dienen dazu, ein umfassendes Grundwissen ber diesen Bereich zu erlangen, und die Wahllehrveranstaltungen geben noch eine zustzliche Mglichkeit zur individuellen Vertiefung und Spezialisierung. Zum Abschluss des Studiums ist eine Diplomarbeit zu verfassen. 


12.2 Qualifikationsprofil der AbsolventInnen

AbsolventInnen des Masterstudiums Medizinsche Informatik beherrschen die theoretischen und anwendungsspezifischen Grundlagen der medizinischen Informatik und verfgen ber umfassende Kenntnisse aus jenen Fachdisziplinen, die im engen Zusammenhang mit den vielfltigen Aufgaben des Gesundheitswesens stehen. Dadurch sind sie befhigt, komplexe interdisziplinre Aufgabenstellungen zu analysieren und zu modellieren sowie innovative Problemlsungen und Verfahren einzusetzen. Sie planen die bentigte Infrastruktur, den Einsatz und die Adaptation bzw.  Eigenentwicklung von Informationssystemen. Sie verfgen ber einen guten berblick ber Tendenzen und zuknftige Mglichkeiten der Informationstechnologie im Gesundheitswesen und sind in der Lage, taktische und strategische Entscheidungen zu treffen. Sie sind qualifiziert, verantwortliche und leitende Positionen im Gesundheitsbereich zu bekleiden, bei denen der intelligente Umgang mit Information und (medizinischem) Wissen eine zentrale Rolle spielt (bei der Informationsmodellierung, -verarbeitung, -extraktion, und -analyse). Das Einsatzgebiet ist weit gestreut und umfasst die Bereiche Entwicklung (z.B. medizinischer Expertensysteme, Krankenhaus- und Versicherungssoftware), Produktion (z.B. von Robotern in der Medizin, intelligente Hilfsmittel fr behinderte und alte Menschen) sowie Management, Forschung und Lehre.  Durch eine weitgehende Wahlfreiheit und das 4-Sulenkonzept wird die qualifizierte Ausbildung entsprechend den individuellen Interessen und Fhigkeiten der oder des Studierenden gefrdert.  


12.3. Studienvoraussetzungen

Das Masterstudium Medizinische Informatik ist nicht nur fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Informatik, sondern auch fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Wirtschaftsinformatik geeignet.


12.4. Prfungsfcher und Diplomarbeit

 * Basisfach
Die Lehrveranstaltungen des Basisfaches sind im Umfang von 54.0 Ects aus den Basislehrveranstaltungen zu whlen, wobei die Allgemeinen Basislehrveranstaltungen verpflichtend sind.  

 * Vertiefungsfach
Die Lehrveranstaltungen dieses Prfungsfaches knnen beliebig aus den nicht im Basisfach gewhlten Basislehrveranstaltungen, aus den Wahllehrveranstaltungen und aus dem speziellen Wahllehrveranstaltungskatalog Soft Skills & Gender Studies (Abschnitt 1.4) gewhlt werden mit der Einschrnkung, dass maximal 6.0 Ects
aus dem Katalog Soft Skills & Gender Studies sein drfen.

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 7.4.

 * Diplomarbeit
Siehe Abschnitt 7.5.


12.5. Lehrveranstaltungskatalog

 * Basislehrveranstaltungen

 * Wahllehrveranstaltungen
Auf Vorschlag der/des Studierenden kann das fr die Informatikstudien zustndige studienrechtliche Organ weitere inhaltlich geeignete Lehrveranstaltungen -- insbesondere aus dem Bereich der Medizin -- als Wahllehrveranstaltungen fr diese/diesen Studierenden zulassen; in diesem Fall ist der/dem Studierenden eine entsprechende Besttigung auszustellen.



13. Software Engineering & Internet Computing

13.1. Prambel

Software Engineering & Internet Computing beschftigt sich mit den Aspekten verteilter, heterogener Software-Systeme, deren Kommunikationsdiensten und -standards sowie der Integration zu globalen Informationsnetzwerken. Internet-basierte Dienste sind bereits ein wesentlicher Bestandteil der modernen Informationsgesellschaft geworden.  

Neben der Entwicklung von Werkzeugen und Methoden fr die Software Entwicklung sind vor allem geeignete Engineering Prozesse unerlsslich, um den optimalen Einsatz dieser neuen Technologien zu ermglichen. Software Engineering & Internet Computing ist als breit gefcherte Disziplin zu verstehen und umfasst dabei Bereiche von Software Entwicklung fr verteilte Systeme, Mobile Computing, bis hin zu Internet Security und Electronic Payment als wesentliche informationstechnische Voraussetzung fr einen virtuellen Wirtschaftsplatz Internet. 

Neben einer vertieften Ausbildung in den Techniken des Software Engineering sowie der wirtschaftlichen Zusammenhnge und des Projektmanagements stellt der Erwerb entsprechender technologischer Grundlagen in den zuvor angefhrten Bereichen ein wichtiges Ziel dieses Masterstudiums dar. Bisher koexistierende Technologien wie Mobile Computing und Netzwerke oder Mobiltelefonie und Internet sollen durch gezielte Integration in breitem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld einsetzbar werden (Consumer Products und Internet-Technologie). 

Dem Bereich Internet Technologien und verteilte Systeme wird international groe Bedeutung geschenkt. Im IST Programm der EU (Information Society Technologies) wird dieser Bereich als eine der Key Actions Essential Technologies and Infrastructures auf europischer Ebene forciert. Dabei werden Technologien gefrdert, die die Informationsgesellschaft weiterentwickeln sollen sowie zur Konvergenz von Informationsverarbeitung mit Kommunikations- und Netzwerk-Technologien und deren Infrastrukturen beitragen. 

Im internationalen Vergleich wird weitgehend der Begriff Computer Science (B.S., M.S. sowie Ph.D.) in den Curricula verwendet. Dementsprechende Master Programme sind international etabliert und fokussieren zunehmend auf verteilte Systeme und Internet-basierte Applikationen.  Master Programme renommierter Universitten sind z.B.: Stanford, University of Southern California, Columbia University, University of Arizona, University of Illinois Urbana Champaign, Washington University, University of California at Los Angeles, Arizona State University, University of Toronto, Vaxjo University, Imperial College London, University of Durham, Oxford Universiy oder University of York.
  

13.2. Qualifikationsprofil der AbsolventInnen

AbsolventInnen werden vor allem in der Software-Entwicklung in leitender Position, die eine Kombination von Fachwissen mit interdisziplinrer Qualifikation (z.B. Management, Fhrung) erfordern, eingesetzt. Sie sind nicht auf ein einzelnes Anwendungsgebiet der Informatik spezialisiert, sondern arbeiten in allen Bereichen von Anwendungs- und Systementwicklung wie z.B. Entwicklung von Anwendungssoftware, Internet-Software, Client-Server-Software, Telekommunikationssoftware oder System-Software. Software- und Internet-IngenieurInnen beherrschen alle whrend der Softwareentwicklung auftretenden Arbeitsschritte und arbeiten zum Beispiel als System-Analytiker, System-Designer, Qualittsmanager, Architektur-Engineer, Software-Projektleiter, IT-Manager, Fhrungsposition im Management und Wissenschafter in der Forschung. 

AbsolventInnen dieses Mastertudiums werden in mittleren und groen Informatik-Unternehmen in folgenden Bereichen ttig sein: Anbindung existierender Anwendungen an das Internet hinsichtlich Zugriff und E-Commerce, Entwicklung von Anwendungen basierend auf neuen Paradigmen und Technologien verteilter Systeme (z.B. Mobile Agents und Mobile Computing), Untersttzung verteilter Arbeitsgruppen durch Internet-Infrastrukturen in den Bereichen Kommunikation und Datenaustausch (z.B. Internet Workflow) bzw. Datenbereitstellung sowie Integration von Internet und Mobil-Telefonie (z.B. WAP). 


13.3. Studienvoraussetzungen

Das Masterstudium Software Engineering & Internet Computing ist nicht nur fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Informatik, sondern auch fr AbsolventInnen eines Lehramtsstudiums der Informatik oder Mathematik bzw.  eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Mathematik oder Wirtschaftsinformatik geeignet.


13.4. Prfungsfcher und Diplomarbeit

 * Basisfach
Es sind alle Lehrveranstaltungen aus dem Katalog der Basislehrveranstaltungen zu absolvieren.

 * Vertiefungsfach
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind aus dem Katalog der Wahllehrveranstaltungen zu whlen, wobei mindestens ein Seminar zu whlen ist.

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 7.4.

 * Diplomarbeit
Siehe Abschnitt 7.5.



14. Technische Informatik

14.1. Prambel

Die groe Bedeutung des Gebietes der Technischen Informatik ist primr durch die immer strkere Verbreitung von Embedded Systems in Gegenstnden des tglichen Lebens bedingt: Eingebettete Mikroprozessoren finden sich in Kommunikationsgerten, Autos und medizinischen Apparaten  genauso wie in Industrieanlagen, Haushaltsgerten und Systemen der Unterhaltungselektronik. Die daraus resultierenden intelligenten Produkte sind benutzerfreundlicher und sicherer, haben besseren Wirkungsgrad und sind darberhinaus in der Lage, mit ihrer Umgebung zu kommunizieren und somit als Teil eines umfassenderen Systems zu agieren. Als solches leisten sie wichtige Betrge fr die Gesundheit, Lebensqualitt und Sicherheit der Menschen in unserer Gesellschaft, verbessern deren Kommunikation und Mobilitt und tragen durch die Optimierung von Produktionsverfahren entscheidend zur Schonung von Umwelt und Ressourcen bei. 

Die klassische Domne der Technischen Informatik hat sich dementsprechend stark gewandelt: Die primre Beschftigung mit der Hardwarearchitektur von Computersystemen und Prozessoren ist lngst einem integrativen Ansatz gewichen, der Mikroelektronik, Mikrosystemtechnik, Kommunikationstechnologie und Informatik vereinigt und darberhinaus auch starken Anwendungsbezug einschliet. Dabei kommt, unbeschadet des starken Bezugs zur Elektrotechnik in den unteren Schichten, den Protokollen und der Software auf hheren Ebenen immer grere Bedeutung zu. Eine zentrale Stellung nimmt das Management der immer grer werdenden Komplexitt vernetzter eingebetteter Computersysteme (``Internet of everything'') bei immer (sicherheits-)kritischer werdenden Anwendungen ein, das ohne holistische Sichtweise in Bezug auf die verteilte Systemarchitektur nicht zu bewltigen ist: Kommunikationsfhigkeit, Power/Resource-Effizienz, Fehlertoleranz, Security, Echtzeitfhigkeit usw. mssen hier gleichzeitig gewhrleistet werden. Die Entwicklung entsprechender Grundlagen und geeigneter Design- und Verifikationswerkzeuge stellt eine ungeheure Herausforderung gerade fr die Technische Informatik dar.

International ist Technische Informatik daher ein wohleingefhrtes Fachgebiet. Entsprechende Studiengnge (Computer Engineering) gibt es an fast allen greren auslndischen Universitten. National gesehen kommt der Technischen Universitt Wien eine fhrende Position innerhalb der sterreichischen Universittslandschaft zu.

Der Verteilung der einschlgigen Kompetenz an der Technischen Universitt Wien Rechnung tragend wurden sowohl das Bachelor- als auch (insbesondere) das Masterstudium Technische Informatik (MTI) in Zusammenarbeit mit der Fakultt fr Elektrotechnik und Informationstechnik implementiert.  Inhaltlich baut das MTI auf den im Bachelorstudium Technische Informatik (BTI) vermittelten Mathematik- und Informatik-Grundlagen sowie auf den TI-Spezialkenntnissen in Elektrotechnik, Physik, systemnaher Programmierung, Embedded Systems, Computer-Kommunikation, fehlertoleranten Echtzeitsysteme usw. auf. Entsprechende Kenntnisse werden in den LVAs des Masterstudiums vorausgesetzt. 

Im Gegensatz zu Bachelor-Lehrveranstaltungen, in denen oftmals die Vermittlung von berblicks- und Anwendungswissen (``wissen wie'') im Vordergrund steht, sind die Lehrveranstaltungen des MTIs primr der Vermittlung von Spezial- und Hintergrundwissen (``wissen warum'') gewidmet. Weitere generelle Lehrziele von Masterlehrveranstaltungen sind formal-mathematische Fhigkeiten, Abstraktionsvermgen und Wissen um Zusammenhnge:

 * Pflichtfcher sollen primr die formal-mathematischen Fhigkeiten ausbilden und allgemeines Grundlagenwissen vermitteln.

 * Wahlfcher erlauben eine individuelle Spezialisierung nach persnlicher Interessenslage.

Die fr diese Ausbildungsziele unerlliche gute Betreuungsqualitt erfordert kleine Gruppen. Konkret ist das MTI derzeit auf max. 30 Neuanfnger/Jahr ausgelegt.

Die letztlich in das Lehrveranstaltungsangebot des MTI aufgenommenen LVAs wurden nach folgenden Kriterien ausgewhlt:

 * Relevanz fr die Ausbildungsziele des MTI.

 * Einhaltung gewisser Mindeststandards bezglich des Aufwandes und, insbesondere, bezglich eines angemessenen Niveaus. 

 * weitestgehende Mitverwendung von Lehrveranstaltungen, die in Studienplnen anderer Master- oder Diplomstudien der Technischen Universitt Wien als Pflicht- oder Basisfach aufscheinen, um Qualitt und Abhaltung sicherzustellen.

Im Vergleich mit den an sterreichischen Fachhochschulen (FH) angebotenen einschlgigen Studiengngen zeichnet sich das MTI folgendermaen aus: 

 * Das MTI ist wesentlich grundlagen- und wissenschaftsorientierter als ein FH-Studiengang. Es stellt daher nicht nur eine solide Grundlage fr anspruchsvolle Positionen in der einschlgigen Industrie bereit, sondern ist insbesondere auch als Ausgangsbasis fr eine wissenschaftliche Karriere gedacht.

 * Das Bachelor- und Masterstudium erlaubt ein anschlieendes Doktoratsstudium ohne die zahlreichen Zusatzprfungen, die etwa nach dem Abschluss eines FH-Studiums in der Regel ntig sind.

 * Im MTI gibt es umfassende Wahlmglichkeiten, was individuelle Interessen stimuliert und die Entwicklung von Kreativitt und selbstndigen Persnlichkeiten frdert. 

 * Die Entscheidung ``Masterstudium vs. Berufseinstieg'' muss nicht am Studienbeginn, sondern erst bei Abschluss des Bachelorstudiums (oder sogar nach einem unmittelbaren Berufseinstieg) getroffen werden. 


14.2. Qualifikationsprofil der AbsolventInnen

Das optimal auf das entsprechende Bachelorstudium abgestimmte Masterstudium Technische Informatik ist der Ausbildung von hochqualifizierten Fhrungspersnlichkeiten in der wissenschaftlichen Forschung, Entwicklung und Lehre im Bereich technischer Computersysteme gewidmet. Die Bevorzugung von stabilem Grundlagenwissen vor schnell veraltendem Anwendungswissen stellt sicher, da die Absoventinnen eine gute Ausgangsbasis fr das heutzutage unverzichtbare ``Life-long-learning'' haben. Durch eine weitgehende Wahlfreiheit im Studium wird die Ausbildung individueller Interessen stimuliert und die Entwicklung von Kreativitt und Persnlichkeit gefrdert.


14.3. Studienvoraussetzungen

Das Masterstudium Technische Informatik ist nicht nur fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Informatik, sondern auch fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums aus Elektrotechnik oder Wirtschaftsinformatik geeignet.


14.4. Prfungsfcher und Diplomarbeit

 * Basisfach
Es sind alle Lehrveranstaltungen aus dem Katalog der Basislehrveranstaltungen zu absolvieren.

 * Vertiefungsfach
Die Lehrveranstaltungen des Vertiefungsfaches sind aus dem Katalog der Wahllehrveranstaltungen zu whlen, wobei von den beiden Lehrveranstaltungen `Informatikpraktikum 1' und `Wissenschaftliche Projektarbeit' nur eine gewhlt werden darf.  Weiters knnen Lehrveranstaltungen bis zu einem Umfang von maximal 6.0 Ects aus den Pflicht- und Basislehrveranstaltungen des Typs VO, UE, LU, VU und VL der Informatikmasterstudien Computational Intelligence, Computergraphik & Digitale Bildverarbeitung, Information & Knowledge Management, Medieninformatik, Medizinische Informatik und Software Engineering & Internet Computing sowie der Master-/Diplomstudien der Mathematik, Physik oder Elektrotechnik an der Technischen Universitt Wien gewhlt werden.  

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 7.4.

 * Diplomarbeit
Siehe Abschnitt 7.5.


14.5. Lehrveranstaltungskatalog



15. Wirtschaftsingenieurwesen Informatik

15.1. Prambel

Die Intention des Masterstudiums Wirtschaftsingenieurwesen Informatik ist es, Studierende auszubilden, die in der Wirtschaft als Bindeglied zwischen IngenieurInnen und InformatikerInnen wirken knnen. In den klassischen Ingenieurdisziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Architektur sind die eingesetzten Informationssysteme hochgradig komplex und als integrativer Bestandteil in Planung, berwachung und Einsatz von technischen Systemen nicht mehr wegzudenken.

15.2. Qualifikationsprofil der AbsolventInnen

Fr die Entwicklung von Informationsystemen in Ingenieursdisziplinen sind hochqualifizierte Fachkrfte aus dem Bereich Informatik mit wirtschaftlicher Ausrichtung und fundiertem Verstndnis fr Ingenieurwissenschaften notwendig. Ein Wirtschaftsingenieur oder eine Wirtschaftsingenieurin aus Informatik kann in leitender Position bei Entwicklung und Einsatz technischer Informationssysteme ttig sein und dabei sowohl die Erfordernisse der Informatik als auch die der jeweiligen Ingenieurdisziplin bercksichtigen.

15.3. Studienvoraussetzungen

Das Masterstudium Wirtschaftsingenieurwesen Informatik ist fr AbsolventInnen eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums folgender Studienrichtungen geeignet: Informatik, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau, Maschinenbau, Architektur, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Infrastrukturmanagement, Geodsie und Geoinformatik, Technische Physik, Technische Chemie, Raumplanung, Verfahrenstechnik sowie Wirtschaftsstudien.
  
Es werden folgende Vorkenntnisse vorausgesetzt:

 * Kenntnisse aus der Computer-Programmierung im Umfang von 6.0 Ects,

 * weitere Informatik-Kenntnisse im Umfang von 6.0 Ects,

 * Kenntnisse aus Mathematik im Umfang von 12.0 Ects, und

 * Kenntnisse aus Statistik im Umfang von 6.0 Ects.


15.4. Prfungsfcher und Diplomarbeit

 * Pflichtfach
Neben den allgemeinen Pflichtfchern (9.0 Ects) sind 6.0 Ects aus dem `Modul Wirtschaft', 6.0 Ects aus dem `Modul Recht' und 6.0 Ects aus dem `Modul Kommunikation und sozial-wissenschaftliche Aspekte' zu whlen.

 * Wahlfach
Abhngig vom Herkunftsstudium -- dem Studium, auf dem dieses Masterstudium aufbaut -- sind 1 bzw. 2 Basismodule im Umfang von je 18.0 Ects sowie 6 bzw. 3 Vertiefungsmodule im Umfang von je 6.0 Ects zu absolvieren. Die Wahl erfolgt nach folgendem Schema: 

Herkunftsstudium	Basismodule ( 18.0 Ects)			Vertiefungsmodule ( 6.0 Ects)
	Ing.wiss.	Wirtschaft	Informatik	Ing.wiss.	Wirtschaft	Informatik	beliebig
Informatik            	1	1	0	0 oder 1	1	2 oder 1	0  
Wirtschaftsinformatik 	1	0	0	1       	1	2       	2 
Ingenieurwiss.        	0	1	1	0 oder 1	1	2 oder 1	0 
Wirtschaftsing.wes. MB	0	0	1	1       	1	2       	2 
Wirtschaft            	1	0	1	0 oder 1	1	2 oder 1	0 

Fr Herkunftsstudien, die nicht von diesem Schema erfasst werden, kann das studienrechtliche Organ Basismodule festlegen.

Im Rahmen der Vertiefungsmodule sind Seminare im Umfang von 3.0 Ects bis 6.0 Ects zu absolvieren.

 * Freie Wahlfcher und Soft Skills
Siehe Abschnitt 7.4.

 * Diplomarbeit
Siehe Abschnitt 7.5.


15.5. Basis- und Vertiefungsmodule

 * Basismodul Informatik
Es sind Lehrveranstaltungen im Umfang von 18.0 Ects aus den folgenden Lehrveranstaltungen zu whlen. Die Kenntnisse der Lehrveranstaltungen dieses Moduls werden als Voraussetzung fr das Verstndnis der Vertiefungsmodule aus Informatik erwartet.  

 * Basismodul Wirtschaft
Es sind Lehrveranstaltungen im Umfang von 18.0 Ects aus den folgenden Lehrveranstaltungen zu whlen. Die Kenntnisse der Lehrveranstaltungen dieses Moduls werden als Voraussetzung fr das Verstndnis der Vertiefungsmodule aus Wirtschaft erwartet.  

 * Basismodul Ingenieurwissenschaften
Es sind Lehrveranstaltungen im Umfang von 18.0 Ects aus den charakterisierenden Lehrveranstaltungen der ingenieurwissenschaftlichen Bachelorstudien der Technischen Universitt Wien -- das sind die Studienrichtungen Architektur, Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Infrastrukturmanagement, Geodsie und Geoinformatik, Technische Physik, Technische Chemie, Raumplanung, Verfahrenstechik -- zu whlen.  Die gewhlten Lehrveranstaltungen sind aus maximal zwei Studien zu whlen und durch das studienrechtliche Organ genehmigen zu lassen.  Es wird empfohlen, jene ingenieurwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen zu whlen, die die Grundlagen fr die gewhlten ingenieurwissenschaftlichen Vertiefungsfcher bieten.

 * Vertiefungsmodule aus Informatik
Je gewhltem Modul sind Lehrveranstaltungen im Umfang von 6.0 Ects aus den das jeweilige Fach charakterisierenden Pflicht- und Wahllehrveranstaltungen der entsprechenden Masterstudien der Informatik zu whlen.  Die gewhlten Lehrveranstaltungen sind durch das studienrechtliche Organ genehmigen zu lassen.

 * Vertiefungsmodule aus Wirtschaft
Je gewhltem Modul sind Lehrveranstaltungen im Umfang von 6.0 Ects zu whlen.

 * Vertiefungsmodule aus Ingenieurwissenschaften
Je gewhltem Modul sind Lehrveranstaltungen im Umfang von 6.0 Ects aus den das jeweilige Fach charakterisierenden Pflicht- und Wahllehrveranstaltungen der ingenieurwissenschaftlichen Masterstudien zu whlen.  Die gewhlten Lehrveranstaltungen sind durch das studienrechtliche Organ genehmigen zu lassen.  



Teil III. Anhnge



A. Beschreibung der Lehrveranstaltungen

Die erste Zeile jeder Lehrveranstaltungsbeschreibung enthlt den Titel der Lehrveranstaltung sowie am rechten Rand ihren Umfang in ECTS-Punkten und Semesterstunden sowie ihre Art (siehe Abschnitt B.1). Nach der Inhaltsangabe folgt eine Zeile mit den Studien, in denen die Lehrveranstaltung vorkommt; die Abkrzungen sind in Abschnitt B.2 erlutert. Optionale Ziffern geben das Semester an, fr das die Lehrveranstaltung in dem betreffenden Studium vorgesehen ist.  Die letzte Zeile der Lehrveranstaltungsbeschreibungen fhrt Arbeitsbereiche, Institute und Fachbereiche an, von denen die Lehrveranstaltungen primr gehalten werden.


B. Verwendete Abkrzungen

B.1. Lehrveranstaltungsarten

Alle Lehrveranstaltungen mit Ausnahme jener vom Typ VO (Vorlesung) haben immanenten Prfungscharakter, d.h., sie erfordern eine aktive Teilnahme der Studierenden, die in der Beurteilung entsprechend zu bercksichtigen ist.

AG ... Arbeitsgemeinschaft
Eine Arbeitsgemeinschaft dient der gemeinsamen Bearbeitung konkreter Fragestellungen sowie der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in kleineren Gruppen. Dieser Typ wird an der Universitt Wien auch als AR abgekrzt.

EX ... Exkursion
Eine Exkursion ist eine Lehrveranstaltung, die zum berwiegenden Teil auerhalb der Universitt stattfindet, um dem Fach verwandte Einrichtungen, Betriebe und dergleichen zu besuchen und kennenzulernen.
  
LU ... Laborbung
Eine Laborbung entspricht einer bung, bei der die Arbeiten durch die Studierenden berwiegend an speziellen Gerten bzw. mit spezieller Ausrstung durchgefhrt werden.

PR ... Praktikum
Ein Praktikum dient der Durchfhrung von Projekten, die die berufsvorbereitende Ausbildung sinnvoll ergnzen.

PS ... Proseminar
Ein Proseminar stellt eine Vorstufe zum Seminar (SE) dar.  Es vermittelt Grundkenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens, fhrt in die Fachliteratur ein und behandelt exemplarisch Probleme eines Wissenschaftsgebietes durch Referate und schriftliche Arbeiten.

SE ... Seminar
Ein Seminar dient der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Inhalten und Methoden eines Teilgebiets eines Wissenschaftsgebietes durch Referate und schriftliche Arbeiten.

UE ... bung
In einer bung werden durch selbstndige Arbeit Fertigkeiten erworben und die praktische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Inhalten gefrdert.

VD ... Vorlesung mit Demonstationen
Eine Vorlesung mit Demonstrationen entspricht einer Vorlesung (VO), die durch Vorfhrungen und Versuche mit speziellen Gerten oder Materialien, vorgenommen durch die LehrveranstaltungsleiterInnen, ergnzt wird.

VL ... Vorlesung mit Laborbung
Eine Vorlesung mit Laborbung verbindet die Zielsetzung von Vorlesung (VO) und Laborbung (LU).

VO ... Vorlesung
Eine Vorlesung fhrt in Teilbereiche eines Wissenschaftsgebietes und seine Methoden ein.

VU ... Vorlesung mit bung
Eine Vorlesung mit bung verbindet die Zielsetzung von Vorlesung (VO) und bung (UE).

   
B.2. Studienkennungen


B.3. ECTS-Punkte und Semesterstunden 

Als Ma fr den Umfang von Lehrveranstaltungen und Prfungsfchern werden ECTS-Punkte (Ects) und Semesterstunden (Sst) verwendet.  Ist nur eine Zahl angegeben, handelt es sich um ECTS-Punkte; bei zwei Zahlen gibt die erste die ECTS-Punkte und die zweite die Semesterstunden an.

ECTS steht fr European Credit Transfer System. Die ECTS-Punkte geben den durchschnittlichen Gesamtaufwand fr Studierende an, wobei ein ECTS-Punkt 25 Arbeitsstunden entspricht.  Der Aufwand fr ein Studienjahr betrgt 60.0 Ects, fr ein Bachelorstudium einschlielich Bachelorarbeit 180.0 Ects und fr ein Masterstudium einschlielich Diplomarbeit 120.0 Ects.  Ab dieser Studienplanversion werden zur Festlegung des Umfangs der von den Studierenden zu erbringenden Leistungen ausschlielich ECTS-Punkte verwendet.

Semesterstunden sind ein Ma fr die Beauftragung der Lehrenden.  Bei Vorlesungen entspricht eine Semesterstunde einer Vorlesungseinheit von 45 Minuten je Woche eines Semesters.  Sofern nicht anders angegeben entspricht eine Semesterstunde 1.5 Ects.



C. Zustzliche Bestimmungen

C.1. Teilungszahlen bei Lehrveranstaltungen

(1) Fr die verschiedenen Typen von Lehrveranstaltungen gelten im Allgemeinen folgende Teilungszahlen (Gruppengren):

	Gruppengre im
	Bachelorstudium		Masterstudium
Lehrveranstaltungstyp	je Leiter(in)	je Tutor(in)	je Leiter(in)	je Tutor(in)
VO                  	300		300	
UE mit Tutor(inn)en	80	20	36	12
UE                 	30		18	
LU mit Tutor(inn)en	45	15	24	8
LU                 	20		12	
AG mit Tutor(inn)en	90	30	80	20
AG,EX,PS           	30		20	
PR,SE              	20		10	

(2) Bei Lehrveranstaltungen gemischten Typs (VU,VL) wird angenommen, dass der Vorlesungsteil mit der Gruppengre fr eine Vorlesung und der bungsteil mit der Gruppengre fr eine bung bzw.  Laborbung (mit oder ohne Tutor(inn)en) abgehalten wird. Bei einer Vorlesung mit Demonstrationen (VD) wird angenommen, dass die Gruppengre fr die Demonstrationen in einem Bakkalaureatsstudium 45 und in einem Magisterstudium 30 betrgt.

(3) Der Lehrveranstaltungsleiter/Die Lehrveranstaltungsleiterin kann bei Bedarf mehr Teilnehmer(inn)en zu einer Lehrveranstaltung zulassen als dies nach der oben angefhrten Teilungszahl fr den jeweiligen Typ der Lehrveranstaltung vorgesehen ist, sofern durch entsprechende Manahmen bei der Durchfhrung der Lehrveranstaltung die Qualitt der Lehre nicht gefhrdet ist.

(4) Die Platzvergabe an Studierende in Lehrveranstaltungen mit beschrnktem Platzangebot erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Dabei ist jenen Studierenden vorrangig die Aufnahme zu gewhren, fr die die Lehrveranstaltung Pflicht ist.


C.2. Inkrafttreten der Studienplne 

Die Studienplne fr die Bakkalaureats- und Magisterstudien der Informatik am Standort Wien traten ursprnglich per 1. Oktober 2001 und in novellierten Fassungen per 1. Oktober 2002, 1. Oktober 2003 bzw. 1. Oktober 2006 in Kraft. Die vorliegende Novellierung tritt per 1. Oktober 2007 in Kraft und gilt fr alle Studierenden, die ab diesem Zeitpunkt eines der Studien beginnen oder fortfhren. Leistungen, die vor diesem Stichtag gem frherer Studienplanversionen erbracht wurden, werden gem den gesondert verlautbarten bergangsbestimmungen anerkannt.  Die in Abschnitt 1.6, Absatz 2 definierte Voraussetzung fr die Absolvierung von Lehrveranstaltungen gilt nicht fr Studierende, die bereits vor Beginn der Zulassungsfrist der Technischen Universitt Wien fr das Wintersemester 2006/07 fr ein Studium an der Technischen Universitt Wien oder fr ein Studium der Informatik, der Wirtschaftsinformatik, des Informatikmanagements oder fr das Lehramtsstudium Informatik und Informatikmanagement an der Universitt Wien zugelassen waren.
